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Zeugen der Eiszeit in der Lausitz

Die Fotoausstellung vom NVN in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Kulturlandschaft Niederlausitz e.V. und mit Unterstützung durch die LAUBAG zum Thema "Zeugen der Eiszeit in der Lausitz" soll einen Eindruck vermitteln von der inhaltlichen und der natürlichen Vielfalt der Eiszeitzeugen in unserer Lausitzer Heimat.

Abb. 1: Eiskeil
(Foto: R. & U. Striegler)
Eiskeil (Foto: R. & U. Striegler)

Zweifellos nehmen auch dabei die exotischen nordischen Geschiebe, die großen Findlinge, einen besonderen Platz ein. Sie sind es aber nicht allein, die unser Interesse herausfordern.
Es ist zweitens die eiszeitlich entstandene Landschaft selbst, die von der quartären Eiszeit Zeugnis ablegt: Die Endmoränenberge des Niederlausitzer Grenzwalls, des südlicher gelegenen Altmoränengebietes oder des jungpleistozänen Gubener Landes ebenso wie die eiszeitlichen Seen, die weiten Auen der Urstromtäler oder die fruchtbaren Ackerflächen der Grundmoränenplateaus.

Es sind drittens die typischen eiszeitlichen Sedimente (wie Geschiebemergel und Bänderton) sowie die vielfältigen glazigenen und kryogenen Lagerungsstörungen, die besonders in unseren Tagebauen von den Wirkungen der Eiszeit zeugen. Und als ganz besondere Raritäten gehören hierher natürlich die fossilen Reste eiszeitlicher Großsäugetiere.

Es sind schließlich viertens die vom Menschen seit Jahrhunderten nutzbar gemachten nordischen Gesteine: Findlingsbauwerke der verschiedensten Größenordnungen und Epochen, seien es nun denkmalsgeschützte Kirchenbauten, uralte Scheunenmauern der Moränendörfer oder auch nur ein Stück noch erhaltenen originalen Kopfsteinpflasters.

Abb. 2: Findlingsdeponie (Tagebau Jänschwalde, 1996)
(Foto: W. Nowel)
Findlingsdeponie (Tagebau Jänschwalde, 1996) Foto: W. NowelErgänzt wird die Schau mit Fotos aus der Heimat der nordischen Geschiebe und aus den arktischen Regionen Europas, die manch Fachkollege dank günstiger Reisebedingungen in den letzten Jahren selber aufgesucht hat.

Die Ausstellung präsentiert in 40 großformatigen Rahmen insgesamt 150 Fotos unterschiedlicher Größe aus der Kamera von 30 Amateurfotografen. Die Aufnahmen stammen (sieht man von den wenigen historischen Reproduktionen ab) aus der Zeit ab 1958, dokumentieren also 40 Jahre Naturbeobachtung in der Lausitzer Region. Die meisten Fotos entstanden in den 70er bis 90er Jahren, einige wurden erst in diesem Jahr gezielt für die Ausstellung angefertigt.

Zweifellos erfüllen nur wenige Bilder die Anforderungen an künstlerische Fotografie - aber das ist auch nicht das eigentliche Ziel. Der große Wert der Präsentation liegt darin, daß hier geologische Fachkollegen mit geschultem Blick naturwissenschaftliche Befunde dokumentierten, um sie der interessierten Öffentlichkeit mitzuteilen oder - man denke an die kurzlebigen Tagebauböschungen - sie überhaupt der Nachwelt zu erhalten.
Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Karte Skandinaviens mit den Heimatgebieten der nordischen Geschiebe und durch einige typische Gesteine selbst. Damit dürfte sie insbesondere für Lehrer und Schüler ein Anziehungspunkt sein.

Idee und Konzeption der Ausstellung stammen vom Vereinsmitglied Werner Nowel, der auch einen großen Teil der Fotos geliefert und die Ausstellung zusammengestellt hat.

Zur Ausstellung ist eine gleichnamige Broschüre erschienen, die bei der Lausitzer Braunkohlen AG, Hauptabteilung Öffentlichkeitsarbeit, Knappenstraße 1 in Senftenberg erhältlich ist.

Die Ausstellung wurde bisher gezeigt:

  • • vom 18. August bis 01. Oktober 1998 in der LAUBAG-Hauptverwaltung in Senftenberg
  • vom 02. bis 15.Oktober 1998 im LAUBAG-Infocenter im Spreeauenpark Cottbus
  • vom 20. März bis 16. Mai 1999 im Gut Geisendorf bei Neupetershain gemeinsam mit Exponaten der Fachgruppe Geologie/Mineralogie unter dem Namen "Lausitzer Achate - Funde aus dem Heidesand der Lausitz, Zeugen der Eiszeit"
  • vom 22. Mai bis 30. Juni 2000 im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg in Potsdam gemeinsam mit der Ausstellung "Australien - Sehnsucht und Schicksal Ludwig Leichhardts"
  • vom 8. Oktober 2002 - 26. Januar 2003 im Museum der Natur und Umwelt Cottbus

Fachgruppe Geologie/Mineralogie
Arbeitskreis "Zeugen der Eiszeit"
"Lausitzer Achate"
Findlingsallee im Spreeauenpark


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