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Fachgruppe Ornithologie |
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Ergebnis Grauammerkartierung 2002 im Landkreis Spree-Neiße und Stadt Cottbus – Kurzübersicht
zusammengestellt von Ronald Beschow
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Vorbemerkungen
Im Jahr 2002 konnte im 7. Jahr in Folge eine flächendeckende Kartierung einer Vogelart im o.g. Untersuchungsgebiet (UG) erfolgreich realisiert werden. Die folgende kurze Ergebnisdokumentation soll als erste Mitarbeiterinformation verstanden sein. Eine ausführliche Darstellung und Diskussion der Ergebnisse wird sicherlich noch folgen. Allen Mitarbeitern und sonstigen Beobachtern, die zur Vollständigkeit der Untersuchung beigetragen haben, möchte Verf. nochmals ganz herzlich danken.
Die Gebietsabdeckung ist nahezu lückenlos gewesen. Lediglich im äußersten Westteil vom Landkreis liegen keine Daten vor bzw. das Gebiet wurde nur einmal grob abgefahren zu nicht mehr optimaler Zeit (Anfang Juli). Insbesondere der Altkreis Guben konnte in diesem Jahr sehr gut abgesichert werden. Der Untersuchungsgrad und die Intensität der Kontrollen waren zwar in den Teilgebieten und von den einzelnen Bearbeitern verschieden, aber wichtig war, dass zur optimalsten Zeit alle potentiellen Siedlungsgebiete der Grauammer mindestens einmal aufgesucht wurden. Die Ergebnisse wurden im Spätherbst 2002 zusammengetragen und als Fachvortrag auf der Jahrestagung der ABBO Ende November 2002 in Petzow am Schwielowsee vorgestellt.
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Nach neuesten Katasterangaben ist das gesamte UG "nur" noch 1812 km² groß (Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik 2001). Auf den Landkreis Spree-Neiße entfallen 1661,6 km² und auf Cottbus 150,4 km². Die "tatsächliche" landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt insgesamt ca. 661 km², wovon aber ein großer Teil derzeitig nicht mehr bewirtschaftet ist. In der Angabe eingeschlossen sind auch die LN-Flächen auf Kippen der Tagebaue (max. 16,24 km²). Zusammen mit einigen weiteren Flächennutzungen wird das zur Besiedlung mögliche Gebiet auf etwa 700 km² geschätzt. Zur Situation in der Agrarlandschaft ist nur soviel zu sagen, dass derzeitig ein Anbau von wenigen Kulturen (Monokulturen) vorherrscht. Die Flächen werden relativ intensiv bewirtschaftet und ökologischer Landbau unter Naturschutz- und Artenschutzaspekten erfolgt kaum. Lokal haben sich leichte Verbesserungen in Kleinstrukturausstattungen der Flächen ergeben, deren Bedeutung aber nicht überbewertet wird. Verbau und Versiegelung der Landschaft, insbesondere auch die Versiegelung von Feldwegen samt Umwidmung zu Fahrradwegen haben besorgniserregende Ausmaße angenommen. Getreideanbau dominiert und auch die Grünlandwirtschaft ist in der Region noch ausgeprägt. |
| Teilgebiet | Anzahl sM |
davon sM Bergbau- flächen |
Bemerkungen | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stadt Cottbus | 120 | 58 | noch starke Bindung an Tagebau mit Zentren, Wiederbesiedlung Westteil und Norden | |||
| Cottbus-Land Nordteil | 59 | 6 | Noch lückige Besiedlung, im Westen kaum Vorkommen | |||
| Cottbus-Land Südteil | 63 | 10 | Westteil ebenfalls kaum besiedelt, Ostteil nur Einzelvorkommen | |||
| Altkreis Guben | 105 | 0 | alle Ackergebiete wiederbesiedelt, nur NW von Guben fehlend, kaum in der Neißeaue | |||
| Altkreis Forst | 129 | 43 | fehlt im Raum Preschen, um Döbern überraschend gut vertreten, Neißeaue kaum besiedelt, Zentrum um Gosda | |||
| Altkreis Spremberg | 192 | 108 | Dominant Tagebau, nach Osten alle Ackergebiete wiederbesiedelt, im Südwesten (Intensivfutteranbau) fehlend | |||
| gesamt | 668 | 225 | ||||
Insgesamt konnten wir eine nahezu flächendeckende Wiederbesiedlung feststellen. Im Vergleich zum schon guten Jahr 1998 war insbesondere die Wiederbesiedlung der Grünlandgebiete nördlich Cottbus auffällig. Im Westen, hier insbesondere die Vorspreewaldregion und der Burger Spreewald sind noch unbesiedelt. Die massive Verteilung in die Fläche hat ebenfalls erst nach 1998 eingesetzt und ist hoffentlich noch nicht beendet.
Einige der wichtigsten Siedlungszentren werden 2003/2004 durch den Tagebaufortschritt überbaggert, so dass weitere die Entwicklung der Grauammerbestände, der Verbleib der verdrängten Vögel und die Wiederbesiedlung verlorengegangener Gebiete (Rekultivierungsflächen LN in den Tagebauen) einen spannenden Rahmen zeichnen. Wohin die Gesamtentwicklung gehen wird, ist durchaus noch nicht klar entschieden. Die positiven Wiederbesiedlungsbefunde in den Tagebauen (vgl. Abb.2 Tgb. Welzow-Süd) lassen darauf hoffen, dass mit der Schaffung neuer landwirtschaftlicher Nutzflächen von ca. 2000 ha in den noch laufenden Tagebauen neue Besiedlungspotentiale geschaffen werden.
Freuen wir uns aber zunächst mal über das sehr gute Jahresergebnis 2002.
Allen nochmals vielen Dank für den gezeigten Einsatz und viel freie Zeit für unser 2003er Programm, Gesundheit und Arbeit.