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Naturwissenschaftlicher Verein der Niederlausitz e.V. mit Sitz in CottbusNaturwissenschaftlicher Verein der Niederlausitz e.V. mit Sitz in Cottbus

Die Gemeine Hainbuche - Baum des Jahres 1996

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Die Gemeine Hainbuche (Carpinus betulus L.), die auch Weißbuche genannt wird, ist ein Baum der nicht zu den Buchen gehört, wie sein Name vermuten läßt, sondern zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Die Gemeine Hainbuche ist verwandt mit den nachfolgenden Gattungen, die ebenfalls zur Familie der Birkengewächse gehören:
Birke - Betula
Erle - Alnus
Hasel - Corylus
Hopfenbuche - Ostrya

Gemeine Hainbuche im Tertiärwald

Die Bezeichnung Weißbuche bezieht sich offenbar auf das Aussehen des weißen Holzes. Die Rinde ist blaßsilbergrau, in unregelmäßigen Rissen gefurcht und verdreht aussehend. Die Krone ist breit und hochgewölbt, die Äste aufsteigend und bogig, die Triebe fein und gerade.
Ihre Wuchshöhe kann bis zu 25m erreichen und ihr Alter bis höchstens 300 Jahre. Sie hat das härteste Holz der einheimischen Baumarten. Es gibt gute Holzkohle, eignet sich für Hauklötze und wurde vor Erfindung des Gußeisens für Mühlräder und Radnaben verwendet. Auf Grund dieser Eigenschaft wird der Baum auch noch Steinbuche und sein Holz Eisenholz genannt.
Die Blätter sind im Aussehen der Rotbuche (Fagus silvatica L.) ähnlich, jedoch schmaler eiförmig und unregelmäßig scharf gesägt. Im April bis Mai erscheinen die weiblichen und männlichen Blüten in Form von Kätzchen.
Die Früchte sind Nüßchen, die in einem dreiteiligen Flugorgan zu finden sind. Meist zu acht Paaren hängen sie übereinander angeordnet und dienen einer Vielzahl von Vögeln und Nagetieren als Nahrung.

Blatt
Blatt der Hainbuche

Verwendung findet die Gemeine Hainbuche oft als Heckengehölz. Das Verschneiden und Zurechtschneiden verträgt sie ausgesprochen gut. In Barockgärten kann man sie in den absonderlichsten Formen, zum Teil als Nachbildungen von Lebewesen oder als Laubengänge antreffen und bewundern.

FlügelfruchtFlügelfrucht der Hainbuche aus dem Eem von Schönfeld

Fossile Nachweise dieser Gattung gibt es seit der Erdepoche Tertiär. In der Niederlausitz stammen aus den mittelmiozänen Blättertonen der Klettwitzer Hochfläche (vor ca. 12 Mill. Jahren) die ältesten Belege der heutigen, europäischen Hainbuchenart. Durch das Museum der Natur und Umwelt wurden in den zwei geologischen Aufschlüssen der Eem-Warmzeit (Quartär) Schönfeld und Klinge ( Eem-Grabung Klinge des Museums der Natur und Umwelt Cottbus) viele Samen und Samenflügel gefunden. Die Hainbuche war zur Eem-Warmzeit flächendeckend, waldbildend vorhanden und ist heute durch die Konkurrenz der Rotbuche, die erst nach der Eiszeit in Erscheinung trat, verdrängt.

In Europa ist die Gemeine Hainbuche in der gemäßigten Klimazone beheimatet, in Asien bis Iran. Es gibt ungefähr 20 Arten, die die nördliche, gemäßigte Klimazone besiedeln. Dazu zählen die im östlichen N.-Amerika beheimatete Amerikanische Hainbuche (Carpinus caroliana WALT.), die in Japan und Korea beheimatete Herzblättrige Hainbuche (Carpinus cordata L.) und die im südlichen Japan wachsende Japanische Hainbuche(Carpinus japonica BL.). Diese drei Arten werden als Parkbäume, auch wegen ihrer schönen Herbstfärbung, genutzt.

Quellen

NVN-Faltblatt zum "Baum des Jahres": Dagmar Scholz

Literatur/ Bildnachweis:
[1]
A. Mitchell: Die Wald- u. Parkbäume Europas (1979) Verlag P. Paray
[2] Eiselt, Schröder: Laubgehölze (1977) Neumann Verlag
[3] H. Göritz: Laubgehölze für Garten u. Landschaft (1957) Deutscher Bauern Verlag
[4] Urania Pflanzenreich (1971) Urania Verlag
[5] D.-H. Mai: Natur u. Landschaft im Bez. Cottbus Heft 11 (1989)
[6] Prof. Dr. M. Schretzenmayr: Der Wald (1972) Urania Verlag

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auf dem BUGA-Gelände in Cottbus: Mit Tertiärwald, Mammutbaum-Stubben, Kohlemoor und Findlingsallee. weiter..

Der Tertiärwald ist eine Außenanlage der Geologischen Abteilung des Museums der Natur und Umwelt Cottbus und des Naturwissenschaftlichen Vereins der Niederlausitz e.V..

In einer seit 1995 öffentlich zugänglich gemachten Nachgestaltung wird eine Landschaft gezeigt, wie sie zur Bildung der Braunkohle in der Niederlausitz bestand. Alle verwendeten Pflanzen sind, wenn nicht in der Art, dann mindestens in der Gattung wissenschaftlich belegt.

Verweis


Ausstellung "Bunte Welt der Meeresmuscheln"


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