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Die Gemeine Hainbuche (Carpinus
betulus L.), die auch Weißbuche genannt wird, ist ein Baum
der nicht zu den Buchen gehört, wie sein Name vermuten läßt, sondern
zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Die Gemeine
Hainbuche ist verwandt mit den nachfolgenden
Gattungen, die ebenfalls zur Familie der Birkengewächse gehören:
| Birke |
- |
Betula |
| Erle |
- |
Alnus |
| Hasel |
- |
Corylus |
| Hopfenbuche |
- |
Ostrya |
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Die Bezeichnung Weißbuche bezieht sich offenbar auf das
Aussehen des weißen Holzes. Die Rinde ist blaßsilbergrau, in unregelmäßigen
Rissen gefurcht und verdreht aussehend. Die Krone ist breit und hochgewölbt,
die Äste aufsteigend und bogig, die Triebe fein und gerade.
Ihre Wuchshöhe kann bis zu 25m erreichen und ihr Alter bis höchstens 300
Jahre. Sie hat das härteste Holz der einheimischen Baumarten. Es gibt
gute Holzkohle, eignet sich für Hauklötze und wurde vor Erfindung des
Gußeisens für Mühlräder und Radnaben verwendet. Auf Grund dieser Eigenschaft
wird der Baum auch noch Steinbuche und sein Holz Eisenholz genannt.
Die Blätter sind im Aussehen der Rotbuche (Fagus silvatica
L.) ähnlich, jedoch schmaler eiförmig und unregelmäßig scharf gesägt.
Im April bis Mai erscheinen die weiblichen und männlichen Blüten in Form
von Kätzchen.
Die Früchte sind Nüßchen, die in einem dreiteiligen Flugorgan zu finden
sind. Meist zu acht Paaren hängen sie übereinander angeordnet und dienen
einer Vielzahl von Vögeln und Nagetieren als Nahrung.

Blatt der Hainbuche
Verwendung findet die Gemeine Hainbuche oft als Heckengehölz.
Das Verschneiden und Zurechtschneiden verträgt sie ausgesprochen gut.
In Barockgärten kann man sie in den absonderlichsten Formen, zum Teil
als Nachbildungen von Lebewesen oder als Laubengänge antreffen und bewundern.
Flügelfrucht
der Hainbuche aus dem Eem von Schönfeld
Fossile Nachweise dieser Gattung gibt es seit der Erdepoche
Tertiär. In der Niederlausitz stammen aus den mittelmiozänen Blättertonen
der Klettwitzer Hochfläche (vor ca. 12 Mill. Jahren) die ältesten Belege
der heutigen, europäischen Hainbuchenart. Durch das Museum der Natur und
Umwelt wurden in den zwei geologischen Aufschlüssen der Eem-Warmzeit (Quartär)
Schönfeld und Klinge
( Eem-Grabung Klinge des Museums der Natur und
Umwelt Cottbus)
viele Samen und Samenflügel gefunden. Die Hainbuche war
zur Eem-Warmzeit flächendeckend, waldbildend vorhanden und ist heute durch
die Konkurrenz der Rotbuche, die erst nach der Eiszeit in Erscheinung
trat, verdrängt.
In Europa ist die Gemeine Hainbuche in der gemäßigten
Klimazone beheimatet, in Asien bis Iran. Es gibt ungefähr 20 Arten, die
die nördliche, gemäßigte Klimazone besiedeln. Dazu zählen die im östlichen
N.-Amerika beheimatete Amerikanische Hainbuche (Carpinus caroliana
WALT.), die in Japan und Korea beheimatete Herzblättrige Hainbuche (Carpinus
cordata L.) und die im südlichen Japan wachsende Japanische Hainbuche(Carpinus
japonica BL.). Diese drei Arten werden als Parkbäume, auch wegen
ihrer schönen Herbstfärbung, genutzt.
Quellen
NVN-Faltblatt zum
"Baum des Jahres": Dagmar Scholz
Literatur/ Bildnachweis:
[1] A. Mitchell: Die Wald- u. Parkbäume Europas
(1979) Verlag P. Paray
[2] Eiselt, Schröder: Laubgehölze (1977) Neumann Verlag
[3] H. Göritz: Laubgehölze für Garten u. Landschaft (1957) Deutscher Bauern
Verlag
[4] Urania Pflanzenreich (1971) Urania Verlag
[5] D.-H. Mai: Natur u. Landschaft im Bez. Cottbus Heft 11 (1989)
[6] Prof. Dr. M. Schretzenmayr: Der Wald (1972) Urania Verlag
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