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Die Silberdistel - Blume des Jahres 1997 |
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Beschreibung Die bis zu 10 cm und darüber auffallend große Blüte dieser
ausdauernden Pflanze erscheint im Juni bis September. Sie befindet sich
an einem mehr oder weniger liegenden Stengel. Die Blüte besteht aus weißen
bis bräunlichweißen Röhrenblüten. Die inneren Hüllblätter sind länglich
strahlend weiß. Die Blütenblätter sind trockenhäutig und schimmern bei
Lichteinfall. Wegen der Röhrenblüten kann die Bestäubung dieser Pflanze
nur durch langrüsslige Insekten erfolgen. Eine Ausbreitung ist auch durch
Käfer, durch den Wind oder durch Vögel möglich. Standort / Verbreitung Die licht- und wärmeliebende Pflanze weist auf lufttrockene
lichte und gut erwärmbare Standorte hin. In der Niederlausitz ist diese
Pflanze nicht beheimatet. Besondere Standortansprüche schränken ihr Vorkommen
beträchtlich ein. Besonderheiten Die Eigenschaften dieser bewehrten Pflanze machen sie zu einer typischen Hutungspflanze. Hutungen waren meist fernab der Siedlungen, auf denen sich eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung nicht lohnte. Solche Standorte wurden lediglich sporadisch genutzt, man hat in diese Standorte nicht "investiert", indem man sie düngte. Auf diesen mageren Flächen konnten sich häufig wärmeliebende Pflanzen ansiedeln, die sich gegen das Abweiden durch Stacheln oder Dornen wehren konnten. Sie waren gegen Überhitzung durch bestimmte Ausbildungen geschützt. (Die Silberdistel kann sich durch die spinnwebig-wollige Blattunterseite schützen.) Das Vorkommen der Silberdistel ist an die Beweidung gebunden. Die Pflanze zieht sich nach Aufgabe der Beweidung allmählich zurück. Bei zunehmender Umwandlung der Vegetationsdecke in ein wärmeliebendes Gehölz kann die Silberdistel nicht mehr existieren. Die trockenen und mageren Hutungen blieben den Schafen oder den Ziegen
vorbehalten. So trugen die im vorigen Jahrhundert bis in die Nachkriegsjahre
nach 1945 reichenden Nutzungsformen zum Erhalt der Hutungspflanzen bei. Andere Arten Eine nahe Verwandte ist die Golddistel Carlina vulgaris L. (siehe Abb. rechts). Sie kann von der Silberdistel gut unterschieden werden, da ihre Blüten wesentlich kleiner (2-3 cm) sind. Die häutigen Hüllblättchen sind nicht weiß, sondern goldgelb glänzend. Ein Stengel kann mehrere Blüten ausbilden. Die Pflanze wird bis 30-50 cm hoch. Die Golddistel besiedelt ebenfalls kalkholde Standorte, ist jedoch wesentlich häufiger. Auch sie wird durch die Beweidung gefördert. Die Golddistel könnte an ehemaligen Weideplätzen, heute lichten Strukturen in Wäldern noch zu finden sein. Derartige Vorkommen wären potentionell im ehemaligen Kreis Guben, an den Hängen des Neißetales oder der Spree möglich. Auch in Bereichen des Niederlausitzer Grenzwalles mit ursprünglicher Weidenutzung wäre sie zu erwarten (Jehserig-Papproth, Steinitz-Geisendorf). Ein Standort hat sich in der Nähe des Geisendorfer Weinbergs erhalten. Schutz Die Silberdistel Carlina acaulis ist
gesetzlich geschützt und bundesweit gefährdet. Ein Wort an die Gärtner und Pflanzenliebhaber Die vorgestellten Pflanzen sind für den Blumenliebhaber
nicht ohne Reiz, selbst wenn sich die Schönheit nur "auf den zweiten
Blick" erschließt. Die Beobachtung der sich einrollenden Hüllblätter
bei wechselnder Luftfeuchtigkeit mag eine interessante Naturbeobachtung
sein oder eine Serie von bemerkenswerten Naturfotos ermöglichen. Quellen NVN-Faltblatt zur "Blume des Jahres": Brigitte Schneider & Iris Striegler Literatur/ Bildnachweis: [11] Foto: S. Striegler
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