|
Die Feldlerche - Vogel des Jahres 1998 |
|
|
|
|
Die Feldlerche (Alauda arvensis L.)
Kennzeichen Reichlich sperlingsgroß (Länge 18 cm). Oberseits erdbraun mit dunkler Längsfleckung, unterseits licht bräunlichweiß, Kropf und Flanken dunkel gefleckt. Hinterrand der Flügel und Außenkanten des Schwanzes weiß gesäumt. Schnabel relativ kurz und kräftig. Erregt stellt die Feldlerche die Scheitelfedern zu einer kleinen Haube auf, doch nie so lang und spitz wie bei der Haubenlerche. Alt- und Jungvögel haben im Spätsommer eine Vollmauser, danach sind sie oberseits kräftiger gefärbt.
Stimme Ruft fliegend 'trrüvi' oder ähnlich. Gesang, ein anhaltender Fluß trillernder und jubilierender Töne, wird ohne Zwischenpausen im flatternden steilen Singflug vorgetragen, bisweilen auch vom Boden aus. Häufig Nachahmung anderer Vögel.
Nahrung Die Feldlerche nimmt bezüglich ihrer Ernährung eine Mittelstellung
zwischen Weich- und Körnerfressern ein. Dabei ist die Nahrung stark den
jeweiligen Jahreszeiten angepaßt: Wanderungen In beiden Zugperioden sehr häufig (Schwärme von 200 -
800 Vögeln). Erste Rückkehrer in der ersten Februardekade bis Anfang März.
Durchzug bis Anfang April. Die zeitigste Beobachtung war der 1. Februar
1969. Erstankunftsdurchschnitt: 10. Februar. Überwinterungen Meist in Südeuropa überwinternd. Aus fast allen Gebieten Deutschlands werden in allen Jahren Winterbeobachtungen kleiner Trupps (bis zu 20 Vögel) gemeldet. Die Feldlerche vergesellschaftet sich im Winter mit Ohrenlerchen, Schneeammern und anderen Finkenarten. Fortpflanzung Nestbau im April bis Juli, gelegentlich schon Ende März. Es erfolgen zwei Bruten. Das Nest steht stets gut durch Grasbüschel, Getreidehalme und andere Vegetation verdeckt am Boden. Die Nestmulde ist 80 mm breit und 50 mm tief; ein kunstloser Bau aus trockenen Hälmchen. Die Nestmulde ist mit feinen Gräsern und Würzelchen ausgelegt. Gelegegröße meist 4 Eier, gelegentlich besteht das Gelege aus 3 oder 5 Eiern, 6er-Gelege sind selten. Eiablage täglich; Brutbeginn nach Ablage des letzten Eies. Das Gelege wird nur vom Weibchen in 11 - 14 Tagen ausgebrütet. Die Jungen, die von beiden Eltern gefüttert werden, verlassen mit 9 - 10 Tagen, noch nicht flugfähig, das Nest, werden aber noch bis zum Alter von 30 Tagen betreut. Bestandsdichte Die Feldlerche ist allgemein verbreitet und häufig, trotzdem liegen sehr wenig verwertbare Angaben über die Siedlungsdichte vor. Nachfolgend einige Angaben aus Brandenburg (Br) und der Oberlausitz (OL) (Brutpaare je 10 ha):
Für die Niederlausitz fehlen Angaben fast völlig. Die
Mitglieder der Fachgruppe
Ornithologie haben deshalb in diesem Jahr Zählungen von Brutrevieren
der Feldlerche in ihrem Arbeitsprogramm. Bestandsveränderungen Auch die jetzt noch häufige Feldlerche gerät mancherorts
schon in Bedrängnis. Die Ursachen hierfür sind zu schnelle Fruchtfolge
auf Äckern, Aufgabe der extensiven Beweidung und das Verschwinden von
insektenreichen Randstreifen durch Biozideinsatz. Historisches In früheren Zeiten waren die Menschen weniger vogelfreundlich eingestellt als heute. Wie viele andere Vögel wurden auch Lerchen in großen Mengen gefangen und gegessen. Fänge von 20 - 25 Schock Lerchen an einem Abend waren keine Seltenheit. (Schock - altes deutsches Zählmaß; Schock = 60 Stück). Die Vogelsteller lieferten die gefangenen Lerchen an Gasthäuser oder verkauften sie auf den Märkten der großen Städte. "Leipziger Lerchen" - heute wird der Ausdruck für ein Gebäck gebraucht und erinnert somit an den einst im großen Stil ausgeübten Lerchenfang. Um 1880 setzten die Bestrebungen zum Schutze der Vogelwelt ein und es wurden Verbote des Vogelfanges erlassen. Heute freuen wir uns, wenn die Lerchen über unseren Feldern jubilieren. Quellen NVN-Faltblatt zum "Vogel des Jahres": Ursula und Wolfgang Prußkel Literatur/ Bildnachweis:
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||