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Die Silber-Weide - Baum des Jahres 1999 |
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Die Silber-Weide (Salix alba) Weiden sind weltweit verbreitet in eher etwas gemäßigten bis kühleren Gebieten. Selbst in der Arktis (Spitzbergen) kommen noch 3 Arten vor. Dies mag wohl das beste Beispiel für die große Vitalität und das Anpassungsvermögen dieser Gattung sein.
Wuchsform Der Stamm kann im Durchmesser bis zu einem
Meter und darüber erreichen. Er ist gerade und bei Bäumen ab mittlerem
Alter mit grob längsrissiger Borke. Äste und Triebe können überhängen.
Kennzeichnend sind oft ausladend breite Baumkronen. Daran ist die Silber-Weide
auch im unbelaubten Zustand gut zu erkennen. Im Alter brechen die Stämme
oft auseinander. Blätter / Blüten Blattaustrieb und Blüte fallen zusammen. Die Blütezeit liegt daher auch im April/Mai bei voller Blattentfaltung. Die Silber-Weide gehört damit zu den spät blühenden Weidenarten.
Wie die meisten Weiden ist auch die Silber-Weide zweihäusig,
es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. Die männlichen Kätzchen
bilden sich aufrecht gebogen bis zu 7 cm Länge heraus. Der walzenartige
Blütenstand ist etwa 10 nun dick. Die weiblichen Blüten sind insgesamt
kleiner, stehen ebenfalls aufrecht gebogen bis etwa 5 cm hoch, strecken
sich zur Reifezeit und sind insgesamt von dünnerer Form. Als Unterscheidungsmerkmal
der Blütenstände sind bei den männlichen Blüten je 2 Nektarien und 2 Staubblätter
zu nennen. Die weiblichen Blüten besitzen einen fast sitzenden Fruchtknoten
und nur 1 Nektardrüse. Die Fruchtreife erstreckt sich über den Mai bis
in den Juni hinein. Verbreitung und Biotop Die Silber-Weide kommt in Europa, sowie West- und Nordasien
vor. Gefährdung Eine unmittelbare Gefährdung des Baumes besteht nicht. Gehölzflächen der Weichholzaue sind Zeiger für intakte Flußauen einschließlich der regelmäßigen Überschwemmungen. Restbestände von Weichholzauen an Fließgewässern gehören zu den in Deutschland vorkommenden und nach Anhang I der Europäischen Richtlinie 43/92 "Flora, Fauna, Habitate" in Verbindung mit anderen Gehölzbeständen in Flußauen zu den geschützten, sogar besonders zu schützenden bzw. zu fördernden Lebensräumen (prioritäre Lebensräume). Mit der Wahl der Silber-Weide als Baum des Jahres 1999
soll vor allem auf die Gefährdung der Flußauen aufmerksam gemacht werden.
Während in verschiedenen westdeutschen Bundesländern schrittweise Modellprojekte
der Renaturierung von wasserbaulich stark überformten Fließgewässern durchgesetzt
werden, besteht für einige ostdeutsche Flußauen die Gefahr des Flußausbaus
zur Intensivierung der Großfrachttransporte auf Elbe und Havel. Dabei
ist abzusehen, was der Ausbau bringen wird. An Donau und Rhein herrscht
die latente Gefahr der Überflutung inzwischen bebauter und zu Produktionsflächen
umgenutzter Auebereiche. Erstmals wird über Renaturierungsprojekte auch
an diesen Flüssen nachgedacht. Vor diesem Hintergrund erscheinen die Großschutzgebiete
an Elbe, Oder, Havel und Mulde sehr wertvoll für den Schutz von Natur
und Landschaft aber auch im Hinblick auf den Hochwasserschutz. In Brandenburg
ist vor allem die Havel bedroht, an deren Ufern sich sowohl Kulturlandschaften,
aber auch wertvolle und schutzwürdige Niederungslandschaften ausdehnen. Andere Weidenarten Es gibt etwa 300 bekannte Weidenarten. Einige sollen hier erwähnt werden. Bekanntester Frühblüher unter den Weiden und erste Nahrung für die Bienen im zeitigen Frühjahr ist die strauchartig wachsende Sal-Weide (Salix caprea) mit den allseits bekannten zunächst grausilbrig und eng an den Zweigen anliegenden Kätzchen. Auch diese Weide ist sehr vital und findet daher große Verbreitung. Die Korb-Weide (Salix viminalis) ist die Weidenart, die sich besonders in der Korbmacherei bewährte, da sie sich gut verarbeiten läßt. Sie wird daher auch Flecht-Weide genannt. Sie ähnelt in ihren Ansprüchen der Sal-Weide und ist daher auch weit verbreitet. Die Grau- oder Asch-Weide (Salix cinerea) ist eine Weidenart, die auf nicht mehr intakten Vermoorungsstandorten wächst und den Übergang der Moorstandorte zu neuen Bestockungsgesellschaften anzeigt. Sie hat graubereifte Zweige (Name) und ist durch ihre halbkuglige Wuchsform in entsprechenden Landschaftsteilen zu erkennen. Die Purpur-Weide (Salix purpurea) verdankt ihren Namen den mehr oder weniger rötlich überlaufenen Zweigen. Sie ist an feucht-nassen Standorten zu finden, auch an Flußufern und kann eigene Pflanzengesellschaften ausbilden. Die in unserer Heimat gerade kniehoch wachsende Weidenart ist die Kriech-Weide (Salix repens). Sie besiedelt staufeuchte und anmoorig- moorige Standorte in lichten Senken oder Geländekesseln. Sie ist in Brandenburg eine gefährdete Art. Weiden in der Erdgeschichte Fossile Weiden gibt es seit dem älteren Tertiär in Europa. In der Niederlausitz kommen sie auch in den Ablagerungen der Urelbe im jüngerem Tertiär vor.
Wirtschaftliche Bedeutung von Weiden Im ökologischen Gewässerbau ist die große Vitalität (Stockausschlagsfähigkeit)
der Weiden sehr geschätzt. Sie können unmittelbar zur Stabilisierung der
Ufer von größeren und kleineren Fließgewässern eingesetzt werden. Das
"Material aus der Natur" ist allen massiven Uferverbauungen
am Gewässerverlauf überlegen; von großer Haltbarkeit und damit kaum wartungsintensiv. Quellen NVN-Faltblatt zum "Baum des Jahres": Brigitte Schneider & Ursula Striegler Literatur/ Bildnachweis:
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