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Die Sumpfdotterblume - Blume des Jahres 1999

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Die Sumpfdotterblume Caltha palustris L. gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und ist ein ausdauerndes Blütengewächs, das in der Niederlausitz vorkommt. Sie ist auch heute noch eine ziemlich verbreitete Blütenpflanze nicht nur im Tiefland, sondern auch im Mittelgebirgsbereich. Alle genutzten und gedüngten Feuchtwiesen und auch Naßwiesen, die erst im Verlauf des Frühlings abtrocknen, werden als Sumpfdotterblumenwiesen (Calthion) bezeichnet, da diese Pflanze eine der charakteristischen Blütenpflanzen dieses Wiesentyps ist.

Sumpfdotterblumen (Foto: S. Striegler)
Sumpfdotterblumen

Beschreibung

Schon im zeitigen Frühjahr erscheinen die langgestielten großen goldgelben, etwas glänzenden Blüten. Der Stengel ist röhrig hohl und am Grunde rötlich überlaufen. Die Blätter der Sumpfdotterblume sind dunkelgrün glänzend, rundlich herz- bis nierenförmig, gekerbt bis gezähnt, die unteren gestielt, die oberen am Stengel sitzend. Optimale Standortbedingungen führen zu einer kräftigen Farbgebung. Die Grundblätter der Sumpfdotterblume sind so einprägsam, daß sich die Pflanze auch im nichtblühenden Zustand leicht erkennen läßt.
Die auffälligen eiförmigen Blütenblätter, die zur Mitte hin dottergelb gefärbt sind, locken viele Insekten an. Die Bestäubung der Pflanze ist aber auch durch Regenschwemmwasser möglich, da die Blüte bei Regen geöffnet bleibt. Nach der Blüte bilden sich balgförmige Früchte, die bis zu 2,5 mm große Samen enthalten können. Auch bei der Verbreitung der Pflanze hilft das Regenwasser.
Die Balgfrüchte spreizen sich bei Nässe, so daß die Samen herausfallen. Die Verbreitung kann auch durch das fließende Wasser erfolgen. Allerdings kann sich der Samen nur in strömungsberuhigten Zonen absetzen, so daß die Sumpfdotterblume überwiegend an ruhigen Fließgewässern zu finden ist.

Vorkommen

Die Sumpfdotterblume ist auf der Nordhalbkugel in den gemäßigten bis arktischen Klimazonen verbreitet. Sie wächst auf quelligen, torfigen und sickernassen mild-humosen Substraten der genutzten und gedüngten Naß- und Feuchtwiesen, an Gräben, Tümpeln und ruhig fließenden Bächen. Aber sie kann auch am Rande feucht-nasser Waldgesellschaften vorkommen, wenn diese an feucht-nasse Nutzwiesen angrenzen.

Verbreitung

Früher, vor der Zeit der großen Grünlandmeliorationen, war die Sumpfdotterblume im Tiefland weitaus häufiger und wesentlich verbreiteter anzutreffen, als das heute der Fall ist. Durch Entwässerung der Feuchtwiesen und Uberdüngung durch die Landwirtschaft hat sich der Lebensraum dieser Pflanze stark verkleinert, so daß sie in Brandenburg eine gefährdete Art ist.

Besonderheiten

In früherer Zeit wurde die Sumpfdotterblume zum Färben benutzt.

Die gekochten und in Essig eingelegten Knospen wurden als Kapernersatz verwendet.

Die Pflanze ist jedoch schwach giftig und wird vom Weidevieh gemieden. Mit Sumpfdotterblumen übersäte Feucht- und Naßwiesen galten als minderwertig, weil nicht ertragreich.

Schutz

Mit dem Schutz der Sumpfdotterblume ist der Schutz von Feuchtwiesenbereichen verbunden und dadurch können auch andere gefährdete Feuchtwiesenpflanzen geschützt werden. Das sind zum Beispiel die Wiesen-Segge Carex nigra, der Wiesen-Knöterich Polygonum bistorta, der Sumpf-Pippau Crepis paludosa, aber auch das Breitblättrige Knabenkraut Dactylorhiza majalis, eine unserer stattlichsten Wiesenorchideen.
Andere Pflanzen des Lebensraumes sind die inzwischen auch seltene Bach-Nelkenwurz (Geum rivale), die Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis floscuculi), die Kohl-Kratzdistel (Cirsium oleraceum), der Sumpf-Hornklee (Lotus uliginosus) sowie die Wald-Simse (Scirpus sylvaticus) und das cremeweiß blühende Mädesüß (Filipendula ulmaria).

Tips für Gartenfreunde

Die in der Bevölkerung gut bekannte Sumpfdotterblume hat auch Einzug in gestaltete Gärten gehalten. Insbesondere Gartenfreunde, die sich zur Anlage eines Gartenteiches entschließen, können die Sumpfdotterblume als Uferbepflanzung in besonnter bis halbschattiger Lage einsetzen. Ihr Standort sollte sich nahe der Wasserlinie befinden, da die Pflanzen an stark abtrocknenden Orten ihre kräftige Farbgebung der Blüten und Blätter verlieren. An einem optimalen Standort ist sie ausdauernd und vital. Durch Teilung der Pflanzen kann die Art vermehrt aber auch auf diesem Wege von üppigem Wachstum abgehalten werden.
Eine Entnahme aus der Natur ist verboten.

Quellen

NVN-Faltblatt zur "Blume des Jahres": Brigitte Schneider, Iris Striegler

Literatur/ Bildnachweis:
[1]
BLAB, J., E. NOWAK, W. TRAUTMANN, H. SUKOPP (1986): Bundesartenschutzverordnung, Neufassung 1989.
[2] BENKERT, D., F. FUKAREK, H. KORSCH (Hrsg.) (1996): Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Ostdeutschlands.
[3] ROTHMALER, W.: Exkursionsflora von Deutschland.
Rote Liste Brandenburg 1993.
[4] HEGI, G.: Illustrierte Flora von Mitteleuropa.
[5] DÜLL, R., H. KUTZELNIGG (1992)
[6] GRUNERT, C. (1989)
[7] SCHAUER, T., C. CASPARI (1989)

[8] Foto: S. Striegler

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