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Der Fischotter - Tier des Jahres 1999 |
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Der Fischotter (Lutra lutra L.) Präparat des
Kennzeichen: Die Kopf-Rumpf-Länge eines Fischotters beträgt
55 bis 95 cm, dazu kommt der Schwanz mit einer Länge von 26 bis 55 cm.
Weibchen sind kleiner als Männchen. Lebensweise: Fischotter sind scheu und leben in unzugänglichen Uferzonen von Gewässern. Sie sind an naturnahe Lebensräume, an morphologisch reich gegliederte Biotope gebunden. Die Reviergröße ist vom Nahrungsangebot und den Eisverhältnissen im Winter abhängig. Im Revier, das durch Kot mit Duftmarken an Stellen markiert wird, an denen andere Fischotter vorbeikommen können, sind meist ein unterirdischer Hauptbau und mehrere Fluchtunterschlüpfe.
Nahrung: Die Hauptnahrung sind Fische, stellenweise
bis zu 90% der Beute. Im Winter sinkt in den nördlichen Gebieten der Fischanteil,
der durch Frösche ersetzt wird. Außerdem werden Insekten, Lurche, Wasservögel,
Kleinsäuger, Krebse und Mollusken verzehrt.
Fortpflanzung: Die Jungen werden nach einer Tragzeit von 61 bis 63 Tagen geboren. Nur im nördlichen Verbreitungsgebiet kommen die 1-5 (meist 2) Jungen im späten Frühjahr zur Welt. Im restlichen Gebiet gibt es keine Saison. Die Neugeborenen haben kurzes, dunkles Haar. Nach ca. 35 Tagen öffnen sie die Augen. Das Männchen wird vom Wurfplatz verjagt. Das Weibchen bleibt mit den Jungen mehrere Monate zusammen. Nach einem Vierteljahr haben junge Fischotter meisterhaft Schwimmen und Tauchen gelernt. Fischotter erreichen meist im 3. Lebensjahr die Geschlechtsreife und können 10 bis 15 Jahre alt werden.
Gefährdung: Der Feind des Fischotters ist der Mensch, andere Feinde gibt es kaum. In der Vergangenheit versuchten immer wieder Fischer und Jäger die Fischotter auszurotten. Sogar hohe Prämien wurden in Sachsen und Brandenburg für getötete Tiere gezahlt. Umweltveränderungen, besonders Uferberäumung und Wasserverschmutzung sind der Grund, weshalb der Fischotter vielerorts sehr selten geworden ist. Durch den Braunkohlenbergbau wurden dem Otter
in der Lausitz zahlreiche Regionen entzogen. Durch Rekultivierung und
vor allem Grundwasserregulierung wäre es denkbar, daß der Fischotter in
der Zukunft seinen Lebensraum zurückgewinnen kann. Der Fischotter ist in Deutschland ganzjährig geschützt. Schon in der DDR erhielt er den höchsten Schutzstatus. Verbreitung: Europa, Asien bis Polarkreis und nördliches Afrika. Nicht auf Arabischer Halbinsel, Südiran, Südpakistan und Vorderindien, außer Vorkommen im südlichsten Vorderindien und Sri Lanka.
In Deutschland gibt es noch etwa 1200 Exemplare, davon 200 in den westlichen (Niedersachsen, Bayern), 1000 in den östlichen Bundesländern. In der Lausitz leben 500 bis 800 in den Regionen Lausitzer Teichgebiet, Spreewald, nördlich des Spreewaldes, südlich von Fürstenwalde. Darunter sind die letzten vitalen Populationszentren der Fischotters von Mitteleuropa. Schon vor mehr als 100.000 Jahren lebte der Fischotter in der Niederlausitz. Unter anderem konnte er im Eem-Vorkommen von Schönfeld (bei Calau) durch einen Zahn nachgewiesen werden. Quellen NVN-Faltblatt zum "Tier des Jahres: S. Striegler Literatur/ Bildnachweis:
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