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Die Goldammer - Vogel des Jahres 1999 |
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Die Goldammer (Emberiza citrinella L.) Kennzeichen Die Goldammer ist etwa sperlingsgroß (Länge 16,5 cm), sie wirkt jedoch durch den längeren Schwanz schlanker. Das Männchen ist an dem intensiv gelben Kopf und Unterseite zu erkennen. Das Weibchen ist trüber gefärbt. Die Oberseite ist bei beiden rötlichbraun mit schwarzbrauner Längszeichnung. Im Flug fallen die weißen Schwanzaußenkanten besonders auf. Das Jugendkleid ähnelt dem des erwachsenen Weibchens.
Stimme Der Lockton läßt sich am besten mit "zrik" bzw. "zick" wiedergeben. Von abfliegenden Goldammern hört man ein klirrendes "tirr". Der Gesang ist eine kurze, melancholische und oft gekürzt vorgetragene Strophe "zizizizizizi-zii-düh" (die letzte Silbe ansteigend). Im Volksmund häufig mit "wie wie wie hab' ich Dich lieb" oder ähnlich wiedergegeben. Verbreitung Das Brutgebiet der Goldammer reicht im Norden bis ins nördliche Skandinavien und Finnland, im Süden bis Nordspanien, Portugal, Mittelitalien, im Südosten bis Jugoslawien und Ungarn. Anschließend an das europäische Brutgebiet ostwärts bis Mittelsibirien, im Südosten bis zum nördlichen Iran, kommt eine unserer Goldammer sehr ähnliche Rasse (Emberiza citrinella erythrogenys C.L.Brehm) vor.
Lebensraum Die Goldammer besiedelt Wiesentäler mit Bachrandgehölzen, Feldgenölzen, Feuchtlandschaften, sofern die Ränder eine Krautschicht aufweisen, Bahndämme mit Gehölzanflug, Feldhecken, Feldraine mit größeren Stauden, Waldränder, Kahlschläge mit Buschgruppen, Forstkulturen in lichtem und vergrastem Zustand und Ödlandflächen. Auch in geschlossenen Waldflächen kommt sie vor, sobald genügend große Kahlflächen oder Jungkulturen vorhanden sind. Nahrung Würmer, Insekten, deren Larven, Spinnen, Samen, Getreide. Im Herbst und Winter auch an Geflügelfütterungen in kleinen oder größeren Trupps. Wanderungen Die Goldammer ist sowohl Stand- als auch Zugvogel. Während ein Teil der Vögel im Brutgebiet überwintert, scheint ein anderer Teil Zugvögel zu sein bzw. im Brutgebiet umherzustreichen. Im Winter erhalten wir Zuzug aus Nordosteuropa. Fortpflanzung Brutzeit von Mitte April bis Ende Juli. Es finden meist zwei Bruten statt. Unter besonders günstigen klimatischen Bedingungen auch drei normale Bruten. Bei Verlust des Geleges wird nachgelegt. Das Nest steht meist in einer kleinen Vertiefung unmittelbar am Boden und ist dann oft von trockenen Halmen überdeckt. Nicht selten steht das Nest aber auch über dem Boden und bisweilen sogar bis zu 2 m hoch in Fichten-, Brombeer-, Himbeer- und Rosenhecken. Die in Bodenvertiefungen stehenden Nester sind verhältnismäßig klein, die höherstehenden Nester sind größer. Der Unterbau besteht aus Halmen, Stengelchen und Würzelchen. Die Nestmulde ist mit Hälmchen, nur selten mit Tierhaaren und ausnahmsweise mit einigen Federchen ausgelegt. Das Nest wird vom Weibchen allein gebaut. Das Gelege besteht meist aus 4 bis 5, selten 3, und nur ausnahmsweise einmal 6 variabel gefärbten Eiern. Eiablage täglich; Brutbeginn nach Ablage des letzten Eies. Das Gelege wird nur vom Weibchen in 12 - 14 Tagen ausgebrütet. Die Jungen werden von beiden Eltern gefüttert, und zwar zuerst aus dem Kropf, später aus dem Schnabel. Sie verlassen mit 12 - 13 Tagen das Nest, werden aber noch bis zum Alter von 24 Tagen betreut. Bestandsdichte In Deutschland ist die Goldammer ein häufiger und regelmäßiger Brutvogel in allen ihr zusagenden Lebensräumen. Das Vorkommen der Goldammer ist im Gebirge bis 1200 m nachgewiesen, mit zunehmender Höhenlage verringert sich jedoch die Siedlungsdichte beträchtlich. Die Besiedlung schwankt in den verschiedenen Lebensräumen erheblich. Die höchste Dichte wird an Waldrändern mit gestaffelten Aufbau erreicht. Nachfolgend einige Angaben aus Brandenburg / Berlin und der Oberlausitz (Brutpaare je 10 ha):
Bestandsveränderungen Der in der Vergangenheit beobachtete Bestandsrückgang in der Feldflur ist mit dem Verschwinden von Hecken, Feldgehölzen und Feldrainen zu erklären. In Waldgebieten mit reichlich Unterwuchs gab es keine wesentlichen Bestandsveränderungen. In den letzten Jahren verringert sich der Bestand selbst in geeigneten Gebieten durch Biotopvernichtung. Quellen NVN-Faltblatt zum "Vogel des Jahres": Ursula und Wolfgang Prußkel Literatur/ Bildnachweis:
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