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Die Gemeine Esche - Baum des Jahres 2001

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Die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)

Die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) ist ein hoher Baum mit einem geraden Stamm und einer hoch angesetzten Krone. Natürlich wächst sie in Mittel-, West- und Südeuropa. Im Norden ist sie von Großbritannien über Skandinavien bis Sankt Petersburg und zur Wolga verbreitet. Sie gehört daher zu den charakteristischen Gehölzen einiger europäischer Wälder z.B. der nässeliebenden Pappel- und Ulmen-Eichenwälder und der Erlenbrüche. Am häufigsten tritt sie in Auenwäldern entlang von Flüssen und Bächen auf. Wegen ihrer anmutigen Wuchsform und des geschätzten Holzes wurde sie auch außerhalb der Wälder gepflanzt.

Esche (Foto: S. Striegler)

Beschreibung

Die Eschen sind mächtige, spät ausschlagende Gehölze mit rundlichen Zweigen und auffälligen samtig schwarz behaarten Winterknospen. Die unpaarig gefiederten, sommergrünen Blätter sind gegenständig und tragen 4 -7 Paare ansitzender, scharf gezähnter Teilblättchen. Ihre Blüten sind hüllenlos, entweder zwittrig oder in männliche und zweizählige weibliche unterschieden. Die weiblichen Blüten besitzen manchmal eine verkümmerte, vierstrahlige Blütenhülle. Blütezeit ist von April bis Mai, normalerweise vor dem Laubaustrieb.
Die Früchte sind flach mit einem bräunlichen Flügel. Sie sind ungefähr 3 -4 cm lang und 8 mm breit. Die Früchte, auch Flügelnüßchen genannt, entstehen bald nach der Befruchtung, doch hängen sie lange bis in den Winter hinein in überhängenden Rispen am Baum.

Verbreitung

Die Esche ist mit ca. 65 Arten auf der nördlichen Halbkugel verbreitet.

Verbreitung
Verbreitung

Standortansprüche

Die Esche stellt hohe Ansprüche an die Bodenfeuchtigkeit und -fruchtbarkeit, meidet aber nasse Stellen mit stehendem Wasser. In Mulden entlang von Bächen und auf Steingeröll steigt sie bis 1000 m hoch. In kühlen Lagen werden die ausschlagenden Triebe durch Spätfröste beschädigt. In der Jugend verträgt sie starke Beschattung und verjüngt sich leicht natürlich im Unterholz. Im höheren Alter steigt ihr Lichtbedürfnis und sie verlangt einen sonnigen Standort. Sie bildet ein verzweigtes Wurzelsystem und festigt die Ufer von Wasserläufen gut. Sie weist auch üppigen Stockausschlag auf. Sie ist ein raschwüchsiges Gehölz; mit 20 Jahren erreicht sie eine Höhe von 8 -9 m, im Alter sogar bis 35 m. Sie wird 200 bis 300 Jahre alt.

Wirtschaftliche Bedeutung

Das harte, elastisch Holz der Esche eignet sich hervorragend zur Herstellung von Möbeln. Aus ihm wurden Kutschen, die Karosserien der ersten Automobile, aber auch die ersten Skier hergestellt. Die Elastizität des Eschenholzes machten sich schon die alten Römer zu nutze und stellten aus ihm Lanzen her.
Die Esche hat aber auch als Heilpflanze ihren Nutzen für den Menschen. Die Blätter enthalten Zucker, ätherische Öle, Flavonglykoside (eine Form des Zuckers bei Pflanzen) und weitere Stoffe. Als Ersatz von Sennesblättertee (Blätter verschiedender Kassienarten) wirken sie harntreibend und abführend, gegen Nierenleiden und Rheumatismus. Die Rinde wurde früher als Chininersatz eingenommen.
Da die Esche ein sehr imposanter Baum ist, wurde sie früher schon sehr oft in Parkanlagen und an Alleen gepflanzt. Heute werden hauptsächlich die zierenden Sorten "Pendula" mit einer überhängenden Krone, "Nana" mit einer kugelförmigen Krone oder "Diversifolia" mit einfachen Blättern gepflanzt.

Blick in die Paläobotanik

Fossil ist die Esche seit dem Tertiär bekannt, kommt aber nur selten vor. In der Niederlausitz wurde in den ca. 10 Millionen Jahre alten mittel-miozänen Kostebrauer Blättertonen fossiles Material gefunden:
Eine unzweifelhafte Eschenfrucht fand sich in den Tonen von Rauno, wie die Abbildung zeigt, ist der Flügel dieser Frucht leider nicht vollständig erhalten, sie erlaubt daher nicht, sie mit den Früchten einer der verschiedenen beschriebenen Eschenarten der Tertiärformation zu identifizieren, nach der relativen Größe des Samenfaches steht unser Rest den Früchten der rezenten Fraxinus ornus nahe.
In Wischgrund bei Lauchhammer wurden Pollen von Eschen gefunden. Deshalb ist auch die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) im Tertiärwald, der Nachgestaltung von Pflanzenwelt und Landschaft des Flußsystems der Ur-Elbe, im Cottbuser Spreeauenpark anzutreffen.

Blätter

Andere Eschenarten

Die Esche, mit ihren 65 Arten, gehört zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae).
Während in Europa nur zwei Eschenarten heimisch sind, wachsen in anderen Teilen der Nordhalbkugel sehr viel mehr Arten. In den Gebieten nördlich von Mexiko wachsen 15 -17 einander recht ähnliche, verwandte Eschenarten, von denen die sogenannte Weiß-Esche und die Rote Esche die größte Bedeutung haben.

Zu den wichtigsten Arten gehören:

Weiß-Esche (Fraxinus americana)

Von allen in Nordamerika wachsenden Eschenarten ist die Weiß-Esche die häufigste. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südcarolina und Tennessee bis nach Kanada in die Staaten New Brunswick und Ontario. Sie wächst hier in Laubmischwäldern auf Flussterrassen und an feuchten Stellen entlang der Bäche. Sie verträgt nassen Boden und kurzfristige Überflutung besser als die Gemeine Esche. Sie stellt auch geringere Anforderungen an die Bodenfruchtbarkeit und leidet nicht unter Spätfrösten, weil sie später austreibt. Ähnlich wie die Gemeine Esche verträgt sie in der Jugend starke Beschattung, aber im Alter verlangt sie einen sonnigen Standort.
Nach Europa wurde sie schon 1724 eingeführt und ist auch in Schweden oder in Sankt Petersburg frostfest.
Sie wird in Parks und an Alleen gepflanzt. Ihr Holz ist von geringerer Qualität als das der Gemeinen Esche.
Die Weiß-Esche ist ein ausladender Baum, der bis 40 m hoch werden kann.

Rote Esche (Fraxinus pennsylvanica)

In Europa wird auch die nahe verwandte Rote Esche kultiviert, die sich von der Weiß-Esche nur durch ihre behaarten Triebe und die schmaleren lanzettlichen, länglichen, zugespitzten und am Rand gesägten Blättchen unterscheidet.
Sie ist ursprünglich heimisch in Neuschottland und Manitoba und im Süden bis in die Staaten Georgia, Alabama und Missouri.
Die Rote Esche ist ein schlanker Baum mit einer Höhe bis zu 20 m.

Manna-Esche, Blumen-Esche (Fraxinus ornus)

Die Manna-Esche verdankt ihren Artnamen dem Manna genannten Saft, der im Sommer aus ihrem Stamm fließt. Sie ist ein Südeuropäisches Gehölz, das vor allem in Italien und auf dem Balkan verbreitet ist. Im Westen reicht sie auch nach Spanien, im Norden verläuft die Grenze ihrer natürlichen Verbreitung durch die Schweiz, Österreich, Tschechien und die Slowakei.
Sie wächst hier an trockenen und sonnigen Hängen in der Gesellschaft von Eichen und der Hopfen- buche. Auf dem Balkan findet man sie bis zu einer Höhe von 1000 m NN. Sie ist lichtliebend und sehr bescheiden in Bezug auf Feuchtigkeit und Bodenfruchtbarkeit. Sie verträgt auch trockene Lokalitäten und stellt deshalb ein wichtiges Meliorationsgehölz für die Aufforstung von Karstgebieten dar. An heißen Julitagen fließt aus den Rissen am Stamm Saft aus, der bis zum Abend zu Körnern erstarrt. Manchmal werden die Bäume auch angeschnitten, damit der Saft reicher fließt. Das Manna wird in der Pharmazie verwendet. Es wird Hustenmitteln und verdauungsfördernden Arzneien zugegeben.
Die Blüten der Manna-Esche entfalten sich ungefähr 14 Tage später als die der Gemeinen Esche. Sie sind sehr schön und deshalb wird die Manna-Esche in warmen Gegenden als Ziergehölz in Parkanlagen gepflanzt. Die Manna-Esche erreicht nur eine Höhe von 8 -15 m. Der Stamm ist von einer glatten, grauen Rinde bedeckt, die Krone ist dich, kugelig.

Quellen

NVN-Faltblatt zum "Baum des Jahres": Daniel Brandl, Iris Striegler

Literatur/ Bildnachweis:
[1] Krüssmann, G. (1977): Handbuch der Laubgehölze. - Verlag Paul Parey. Berlin und Hamburg
[2] Dausien, W. (Hrsg., 1986): Bäume. - Dausien. Hanau
[3] Menzel, Dr. P. (1906): Über die Flora der Senftenberger Braunkohlenablagerungen. - Königl. Preuß. Geol. Landesanstalt und Bergakademie Berlin.
[4] Humphries, Press & Sutton, (1986): Der Kosmos Baumführer. - Kosmos Naturführer.

[5] Fotos: D. Nette

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Der Tertiärwald ist eine Außenanlage der Geologischen Abteilung des Museums der Natur und Umwelt Cottbus und des Naturwissenschaftlichen Vereins der Niederlausitz e.V..

In einer seit 1995 öffentlich zugänglich gemachten Nachgestaltung wird eine Landschaft gezeigt, wie sie zur Bildung der Braunkohle in der Niederlausitz bestand. Alle verwendeten Pflanzen sind, wenn nicht in der Art, dann mindestens in der Gattung wissenschaftlich belegt.

Verweis


Ausstellung "Bunte Welt der Meeresmuscheln"


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