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Der Feldhase - Tier des Jahres 2001

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(Feldhase: Museum der Natur und Umwelt Cottbus)

FeldhaseDer Feldhase (Lepus europaeus)

Der Feldhase als Tier des Jahres?

Wann haben Sie das letzte mal einen Feldhasen in freier Natur beobachtet? Man sollte denken, dass ist nichts Außergewöhnliches, aber dieses Erlebnis ist leider seltener als man denkt, und so mancher Hase entpuppt sich beim zweiten Blick als Wildkaninchen.
Meister Lampe steht auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten.

Im Nachbarland Sachsen beispielsweise nahm der Bestand der Hasen in den letzten 40 Jahren von 200.000 auf gerade mal 10.000 Exemplare ab (Stand 2003)[1]!

Dem Feldhasen geht es aufgrund der Einengung seiner Lebensräume schlecht, genauso wie seinen Wohnnachbarn, dem Feldsperling oder dem Feldhamster. Schuld daran tragen die Ausbreitung der Siedlungen, der intensive Ausbau von zusammenhängenden, großflächigen Felder zu reinen monokulturellen Nutzflächen. Es gibt kaum noch Feldraine oder Bauminseln in denen die Hasen Schutz oder (gesunde) Nahrung wie Wildkräuter finden können. Es wird weiterhin vermutet, dass durch den Einsatz von Agrarchemikalien in unserer industriellen Landwirtschaft die Fortpflanzungsfähigkeit des Feldhasen beeinträchtigt wird.

Die rückläufigen Populationen werden durch Bejagung weiter dezimiert. Allein im Jagdjahr 1999 töteten die Jäger nach Angaben des Deutschen Jagdschutz-Verbandes 472708 Hasen.



"Übrigens dürfen Vögel nur im Flug, andere Tiere wie beispielsweise Hasen hingegen nur im Lauf erschossen werden - das gebietet ebenfalls die Waidgerechtigkeit, die allenfalls den Namen mit tatsächlicher Gerechtigkeit gemeinsam hat. Da dies das Zielen maßgeblich erschwert, genügen Millimeterbruchteile an Abweichung, und das Tier ist nicht tot - sondern ihm hängen die Eingeweide aus dem Bauch, ihm wird das Geschlechtsteil zerfetzt oder der Unterkiefer abgeschossen. Solche Tiere müssen jedes Jahr zu hunderttausenden in unseren Wäldern qualvoll dahinsiechen und schließlich an Bleivergiftungen, Hunger, Durst oder Verbluten grausam sterben."

Quelle: Dag Frommhold/ tierrecht.de


Systematische Einordnung

Kaninchen und Hasen bilden die Familie Leporidae in der Ordnung der Hasen und Hasentiere Lagomorpha. Sie besteht aus zwei Familien, 12 Gattungen und 59 Arten. Der Feldhase heißt wissenschaftlich Lepus europaeus.

Verbreitung

Der Feldhase ist mit Ausnahme von Island, Irland und Skandinavien in ganz Europa zu Hause. In Teilen Asiens (Kleinasien, Iran, Irak, Zypern, Palästina, Syrien, Kasachstan, Aserbaidschan, Transkaukasien) und in Nordafrika ist er ebenfalls beheimatet. Infolge von Verschleppungen durch den Menschen gibt es auch Vorkommen in Südamerika, Australien und Neuseeland.

Verbreitung
Verbreitung

Kennzeichen

Hasen sind den Nagetieren ähnlich, besitzen aber im Unterschied zu anderen Nagetieren neben ihrem oberen und unteren Schneidezahnpaar noch ein kleines Nagezahnpaar hinter dem großen oberen funktionstüchtigen.
Der alte männliche Hase nennt sich Rammler, der weibliche Häsin oder Satzhase. Die waidmännischen Begriffe für die Hinterbeine, Ohren und den Schwanz lauten "Läufe", "Löffel" bzw. "Blume".

Hasenfährte
Hasenfährte

Die charakteristischsten Merkmale sind ihre langen Ohren und Hinterbeine. Die Feldhasen erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 50 bis 70 cm. Die Schwanzlänge beträgt 7 bis 12 cm, die Ohrlänge 11 bis 15 cm. Der Lepus europaeus wird 3 bis 7 kg schwer.
Das Fell des Feldhasen ist erd-, bzw. lehmfarben, so dient es dem Hasen als Tarnung. Die Oberseite ist braungelb mit schwarzen oder grauen Sprenkeln. Der Bauch und die Innenseite der Läufe sind weiß. Schwanz ist oben schwarz und unten weiß gefärbt.

Lebensweise, Lebensraum, Gefährdung

Der Hase ist ein typischer Bewohner von offenen Grasebenen. Er ist aber auch ein Kulturfolger, der vom Menschen angelegte Ackerflächen und deren Feldränder besiedelt. Dichte geschlossene Wälder, welche ihm keine Fluchtmöglichkeiten bieten, meidet er.

Hasen leben einzeln und sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Der Feldhase ist ein Fluchttier, mit seinen seitlich angeordneten Augen hat er eine gute Rundumsicht. Fühlt er sich bedroht, duckt er sich in seiner Sasse, einer im hohen Gras gescharrten Erdmulde. Nähert sich der Feind bis auf wenige Meter, flieht er hakenschlagend. Auf der Flucht kann ein Hase Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h erreichen und über 2 m hoch und 2,5 m weit springen. Diesem Fluchtverhalten verdanken die Langohren ihren Ruf als sprichwörtliche Angsthasen.

Die natürlichen Feinde der Feldhasen und ihres Nachwuchses sind Füchse und Krähen. Doch die Gefährdungen, welche den Feldhasen bundesweit zum "Tier des Jahres 2001" machten, sind von Menschenhand geschaffen: Feldraine, mit ihrem Büschen und Hecken, welche Meister Lampe Nahrung und Schutz bieten, werden zu landwirtschaftlicher Nutzfläche. Viele Hasen lassen jährlich ihr Leben auf den Straßen Brandenburgs und Jungtieren fehlt oft die Schnelligkeit, um sich vor herannahenden Landmaschinen zu retten.

Der Feldhase wird durchschnittlich 8 Jahre, höchstens aber 12 Jahre alt.

Nahrung

Der Feldhase ist ein reiner Pflanzenfresser. Auf seiner Speisekarte stehen Gräser, Klee und Kräuter. Ferner verspeisen die Mümmelmänner Rinde, Knospen und Zweige von Büschen und Bäumen, aber auch Früchte und Gemüse (Kohl, Beeren).

Fortpflanzung

Die Paarungszeit dauert bei den Hasen vom Januar bis zum Spätsommer. Die Tragzeit dauert 42 Tage, während dieser Zeit kann sich die Häsin erneut paaren. Die Hasen werfen 3 bis 4 mal im Jahr 2 bis 4 Junge. Der Nachwuchs wiegt bei der Geburt 90 bis 150 g und wird nur bis zu 3 Wochen lang gesäugt. Die Junghasen erreichen ihre Geschlechtsreife mit 7 bis 8 Monaten.

OsterpostkarteDer Osterhase

Der Hase ist in seiner Funktion als Eierlieferant beim Osterfest ein beliebter Frühlingsbote.
Wie es dazu kam, dass gerade ein Säugetier mit dem Ausliefern von Ostereiern beauftragt wird, ist nicht sicher geklärt. Eine Erklärung ist, dass der Regenpfeifer seine Eier in Erdmulden, also auch in verlassene Hasensassen legt. Der "eierlegende" Osterhase wurde erst im 19. Jahrhundert in Deutschland populär. Heutzutage sind er und seine Schokopendants feste Bestandteile des Osterfestes.
In der griechischen Mythologie war er als heiliges Tier der Liebesgöttin Aphrodite zugeordnet. Auch bei den Römern und den alten Germanen galt der Hase als Symbol der Fruchtbarkeit. Einem Hasenbraten sprach man damals zu, dass er bei ausbleibenden Kindersegen Abhilfe schaffen kann.

Der Hase im Märchen und der Tierfabel

In der Fabel schneidet der Hase meist nicht sehr gut ab. Oft wird er als großmäuliger Mogler und Luftikus dargestellt. In dem wohl bekanntesten Märchen vom "Hase und Igel" wird er allerdings selber Opfer einer List und von einem gewieften Igelpärchen beim Wettlauf ausgetrickst. Die beliebte Erzählung wurde von den Gebrüder Grimm, sowie Bechstein in ihre Märchensammlungen aufgenommen. Das Original des Märchens geht auf eine plattdeutsche Erzählung, welche um 1840 in Hannover erschien, zurück.


Quellen

NVN-Faltblatt zum "Tier des Jahres": D. Nette

[1] Freie Presse vom 15.4. 2003

Zur Übersicht mit den Bäumen, Blumen, .. der vergangenen Jahre bis heute

Verweis


Ludwig Leichhardt - "Humboldt Australiens"


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