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Der Haubentaucher - Vogel des Jahres 2001 |
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Der Haubentaucher (Podiceps cristatus L.) Haubentaucher
Stimme Während der Brutzeit hört man oft verschiedene schnarrende und hohe Rufe, reiherartig "aorr", bei der Balz leicht klappernd "keck, keck, keck...". Jungvögel betteln bis in den Herbst hinein pfeifend "vie-vie-vie...". Verbreitung Der Haubentaucher kommt als Brutvogel in ganz Europa vor, jedoch nicht im nördlichen Teil von Skandinavien. Der größte Teil der Gesamtpopulation brütet in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, Teile der Population reichen bis nach Ostasien.
Lebensraum Bevorzugte Lebensräume sind stehende Gewässer, also Seen und Teiche, mit einem mehr oder weniger breiten Pflanzengürtel und größeren freien Wasserflächen. Gelegentlich auch auf Altwässern und in Buchten langsam fließender Gewässer. Durchgehend flache Gewässer werden gemieden. Mindestgröße der Brutgewässer 3-4 ha, in Waldgebieten 8-11 ha. Durchzügler und Überwinterer bevorzugen freie Wasserflächen größerer Seen und der geringeren Vereisung wegen auch Flußläufe. Nahrung Der Haubentaucher ernährt sich überwiegend von kleinen Fischen, Amphibien (Kaulquappen, kleine Frösche), Wasserinsekten und deren Larven. Mit der Nahrung aufgenommene Federn unterstützen die Bildung von Gewöllen, in denen Gräten ausgeworfen werden. Wanderungen Werden vorwiegend vom Vorhandensein eisfreier Gewässer bestimmt. Der Haubentaucher ist daher nur teilweise Standvogel, meist jedoch Strich- und Zugvogel. Der Zug erfolgt nur nachts in vorwiegend südöstlicher Richtung bis in das Mittelmeergebiet, zum Schwarzen Meer und Vorderasien. Beginn des Wegzuges ab Mitte August bis Oktober/November. Höhepunkt des Durchzuges im Oktober. Rückkehr ins Brutgebiet, nachdem die Gewässer eisfrei geworden sind (Februar/März), regelmäßig bis April/Mai. Fortpflanzung Brutzeit in Mitteleuropa von Mitte Mai bis Juli. Es findet in der Regel nur eine Brut statt. Zweitbruten und Nachgelege vor allem im Juli. Im Frühling auffallende Balz: Paare schwimmen Brust an Brust mit aufgestellten Halskrausen, vollführen Kopfdrehungen, recken sich aus dem Wasser (Pinguintanz, siehe Grafik auf der Titelseite) und zeigen Scheinputzen. Das Nest steht an einer freieren Stelle im Vegetationsgürtel oder an dessen Rand. Es wird von beiden Partnern aus abgestorbenen und gelegentlich auch frischen Wasserpflanzen aller Art gebaut (45 cm Durchmesser). Die Nestmulde hat 16 cm Durchmesser. Das Gelege besteht meist aus 4-6, bisweilen auch 3 Eiern. Eiablage im Abstand von etwa 2 Tagen. Brutbeginn nach Ablage des ersten Eies, bisweilen auch erst nach Ablage des letzten. Es brüten beide Partner, der Anteil des Weibchen überwiegt jedoch. Brutdauer 25-28 Tage. Die Jungen werden von beiden Eltern geführt und gefüttert und sind mit 9 bis 10 Wochen selbständig. Bestandssituation / Bestandsveränderung In Mitteleuropa ist der Haubentaucher an Seen und größeren
Teichen ein regelmäßiger und nicht seltener Brutvogel. Regionale
Unterschiede in der Häufigkeit sind durch die ungleiche Verteilung
geeigneter Brutgewässer gegeben. Bestandsdichte: Die Brutdichte schwankt in den verschiedenen Lebensräumen erheblich. Nachfolgend einige Brutbestandsangaben aus dem Landkreis Spree-Neiße und Stadt Cottbus:
Brutbestand vor 1990 bis zu 250
BP. Haubentaucher, Jagd und Fischzucht Der Bestand des Haubentauchers war im 19. Jahrhundert stark gefährdet. Er wurde intensiv gejagd, um sein strahlend weißes und sehr dichtes Brust- und Bauchgefieder (Taucherpelz) als Muffs für vornehme Damen zu verarbeiten. Durch Jagdverschonung seit Beginn des 20. Jahrhunderts erholte sich der Bestand und seit den 1970er Jahren ist eine Bestandszunahme zu verzeichnen. In vielen Gegenden Deutschlands stagniert diese Entwicklung oder die Brut-paarzahlen gehen wieder zurück. Der Haubentaucher unterliegt immer noch dem Jagdrecht. Obwohl vor allem die wirtschaftlich uninteressanten Weißfische wie Flußbarsch und Rotauge erbeutet werden, besteht die Gefahr der Wiedereinführung einer Jagdzeit, um den "Fischräuber" zu reduzieren! Quellen NVN-Faltblatt zum "Vogel des Jahres": Ursula und Wolfgang Prußkel Literatur: Bildnachweis:
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