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Das Hain-Veilchen (Viola riviniana)
Das Hain-Veilchen, das nach dem deutschen Botaniker August Quirinus Rivinus (1652-1723) benannt ist, gehört zur Gattung Viola (Veilchen) und zur Familie Violaceae (Veilchengewächse). Es wurde zur Blume des Jahres gewählt, um auf den Lebensraum Wallhecke aufmerksam zu machen. Wallhecken sind Hecken aus Laubgehölzen, die auf einem Erdwall oder auf einem mit Erde bedeckten Lesesteinwall wachsen. Diese Wallhecken begrenzen Felder und Weiden und dienen dem Schutz vor Wind und Erosion. Die Gehölze müssen regelmäßig beschnitten werden, weil sie sonst zu hoch wachsen. Wallhecken waren in früherer Zeit ein typischer Bestandteil der Kulturlandschaft. In den 60er bis 80er Jahren des 20. Jahrhunderts fielen viele Wallhecken der Intensivierung der Landwirtschaft zum Opfer. Wallhecken sind ein wichtiger Lebensraum für viele Tierarten: Vögel, Insekten und Spinnen, Kleinsäuger und Schnecken.
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Gattung Viola
Die Veilchen haben wechselständige, gezähnte Blätter mit paarigen Nebenblättern. Die Blätter bilden häufig Rosetten. Die Blüten sind zweiseitig symmetrisch, haben 5 Kelchblätter mit Anhängseln, 5 Kronblätter und einen nach hinten gerichteten Sporn am unteren Kronblatt. Die Blüten sind auf Insektenbestäubung eingerichtet. Die beiden unteren der 5 Staubblätter haben nektarabsondernde Fortsätze, die in den Sporn hineinragen. Ein auffällig gefärbtes Saftmal lockt die Insekten an. Bei den späteren Blüten, die sich meist nicht ganz öffnen, kommt auch Selbstbestäubung vor.
Die Früchte sind 3teilige Kapseln mit einem Schleudermechanismus, durch den die Samen verbreitet werden. Auch Ameisen sind an der Verbreitung der Veilchen beteiligt. Die Samen haben ein fetthaltiges Anhängsel (Elaiosom), das von den Ameisen verzehrt wird, die dabei die Samen verschleppen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen, die entweder die Nord- oder die Südhalbkugel besiedeln, kommt die Gattung Viola von Alaska im Norden bis Südafrika, Neuseeland und Feuerland im Süden vor. In Deutschland gibt es 25 Viola-Arten. Dazu gehören Veilchen und Stiefmütterchen.
Bei den Veilchen im engeren Sinne stehen 2 Kronblätter nach oben und 3 sind nach unten gerichtet. Bei den Stiefmütterchen dagegen sind 4 Kronblätter nach oben gerichtet und eins nach unten.
Beschreibung
Das Hain-Veilchen ist eine ausdauernde, 5-20 cm hohe Pflanze mit herzförmigen, gezähnten Blättern und schmal-lanzettlichen, gefransten oder gezähnten Nebenblättern. Die 14 bis 25 mm großen Blüten sind blass-violettblau und haben einen relativ dicken weißen oder (seltener) blassvioletten, unterseits gefurchten Sporn. Die Blütenblätter überdecken sich meist an den Seiten.
Das Hain-Veilchen blüht von April bis in den Juni hinein. Die Früchte sind 3teilige Kapseln, die sich entlang des Mittelnervs der Fruchtblätter öffnen, wenn sie reif sind.

Standort/Verbreitung
Das Hain-Veilchen ist mäßig anspruchsvoll, wächst auf mehr sauren Böden und kommt in offenen Laubwäldern, Gebüschen und auf Magerrasen vor. Verbreitet ist es in Europa, im Mittelmeergebiet, in Kleinasien, Iran und im Kaukasus. Mit einigen Lücken ist es in ganz Deutschland zu finden.
Andere Arten
Am ähnlichsten ist dem Hain-Veilchen das Wald-Veilchen Viola reichenbachiana. Die Blätter der beiden Arten sehen gleich aus. Man kann sie jedoch an den Blüten gut unterscheiden. Die etwas kleineren Blüten des Wald-Veilchens (12-15 mm) sind rötlich-violett. Die Blütenblätter sind etwas schmaler und überdecken sich nicht. Der Sporn ist deutlich dünner, dunkelviolett und ungefurcht. Das Wald-Veilchen blüht von März bis Mai und ist auf nährstoff- und kalkreichen Böden in krautreichen Laubwäldern anzutreffen.
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Wald-Veilchen
(Viola reichenbachiana)
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März-Veilchen (Duftendes Veilchen)
(Viola odorata)
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Das März-Veilchen Viola odorata, das wegen seiner duftenden Blüten auch Wohlriechendes Veilchen genannt wird, blüht von März bis April. Es hat dunkelviolette, manchmal auch weiße oder rosa Blüten. Die Blätter sind nierenförmig bzw. breit herzförmig und bilden Rosetten. Man findet es an Waldrändern, in Hecken und Gebüschen und als Zierpflanze in Parks und Gärten.
In Südeuropa, wo das März-Veilchen ursprünglich herkommt, wird es zur Gewinnung seines duftenden Öls angebaut. Aus diesem Öl wird Parfüm und Pomade hergestellt. Das Veilchenblütenöl ist eines der teuersten ätherischen Öle. Aus 100 kg Veilchenblüten werden 31 g Öl gewonnen. Auch aus den Blättern wird Öl gewonnen. Außerdem werden die Blätter für Hustentee verwendet.
Eine sehr beliebte Zierpflanze ist das Garten-Stiefmütterchen Viola wittrockiana, das seit dem 19. Jahrhundert intensiv gezüchtet wird. Es sind viele Zuchtformen mit zahlreichen und sehr unterschiedlich gefärbten Blüten entstanden. Das Garten-Stiefmütterchen ist wahrscheinlich eine Kreuzung aus Viola altaica, Viola lutea (Gelbes Stiefmütterchen) und Viola tricolor (Wildes Stiefmütterchen).
Tipp für unsere Gartenfreunde
In Gartenfachmärkten und Katalogen werden einige Veilchen-Arten, wie z.B. das März-Veilchen, das Horn-Veilchen Viola cornuta (ursprünglich aus den Pyrenäen), Viola labradorica und Viola sororia (beide aus Nordamerika), angeboten. Diese Veilchen kann man in Rabatten und teilweise auch in Steingärten pflanzen.
Am häufigsten jedoch findet man in Gärten, auf Balkons und in Grünanlagen das Stiefmütterchen in vielen Farben mit oder ohne typisches meist dunkler gefärbtes "Auge" in der Mitte. Stiefmütterchen werden schon im zeitigen Frühjahr in Gartenfachmärkten und Blumenläden preiswert angeboten. Sie blühen von März bis Oktober.
Literatur
AICHELE, D. u. M. GOLTE-BECHTLE: Was blüht denn da? Kosmos Naturführer. - Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. Stuttgart 1997.
BENKERT, D., F. FUKAREK, u. H. KORSCH (Hrsg.): Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Ostdeutschlands. - Jena 1996.
HEGI, G.: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. - J. F. Lehmanns Verlag München.
ROTHMALER, W.: Exkursionsflora. - Gustav Fischer Verlag Jena 1995.
Urania Pflanzenreich: Blütenpflanzen 2. - Leipzig Jena Berlin 1994.
ZANDER, R.: Handwörterbuch der Pflanzennamen. - VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin 1980.
Autorin/ Fotos: Iris Striegler
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