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Die Schwarz-Erle - Baum des Jahres 2003

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Die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) - Baum des Jahres 2003

Die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa L.) ist ein sommergrünes Laubgehölz, welches gemeinsam mit der Birke zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae) gehört. Natürlich wächst sie in der gesamten Nordhemisphäre, meist auf armen oder nassen Böden. Die Bedrohung durch einen pilzähnlichen Organismus lässt die Wahl des Baumes im Jahr 2003 auf die Schwarz-Erle fallen. Vermehrt wird in den letzten Jahren die Schwarz-Erle von einem Organismus der Gattung Phytophtora bedroht, welches am unteren Teil des Erlenstammes pilz- bis schwammartige Schadbilder hervorruft. Die Verbreitung des Parasiten erfolgt über die Fließgewässer, seine Aufnahme über die Wurzeln.

Wuchsform

25 m hoher, häufig mehrstämmiger Baum oder Strauch mit kegelförmiger Krone und grünlich-grauer, glatter, im Alter schwarzbrauner, rissiger Rinde. Die Zweige sind glatt und besitzen viele Harzdrüsen.

Blätter

verkehrt-eiförmig, dunkelgrün bis 10 cm Länge und 7 cm Breite. Im Jugendstadium sind sie klebrig. Das obere Blattende wirkt stumpf, breit und manchmal etwas eingebuchtet. Der Blattrand ist gesägt. Die Oberseite der Blätter erscheint dunkler als die Unterseite. Die Nervatur ist gut zu erkennen. Die Erle zeigt keine Herbstfärbung, da der Blattabwurf bereits grün erfolgt.


Blätter, Zapfen

Blüten

einhäusig (männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze). Die auffällige männliche Blüte besteht aus 3 - 5 gelb braunen hängenden Kätzchen, die bis 10 cm lang sind. Sie erscheinen im späten Winter in purpur-rot-brauner Färbung und blühen im zeitigen Frühjahr gelb-braun. Die unscheinbare weibliche Blüte besteht aus lang gestielten Kätzchen bis 1 cm Länge.

Frucht

Die weiblichen Blüten reifen nach der Bestäubung zu zapfenartigen, eiförmigen 1 - 2 cm langen, verholzenden grünen, im Herbst braunen, Früchten mit rotbraunen Nüsschen heran.

Standorte

Die Schwarz-Erle begegnet uns als gutwüchsiger Baum in Niederungen, Bruch- und Auwäldern sowie Moorlandschaften in ganz Europa. Die Schwarz-Erle gedeiht auf nährstoffarmen, nassen sowie auch auf trockenen Böden. Die nassesten Bereiche werden vom Erlenbruch besiedelt. Wegen der Fähigkeit auch auf armen und trockenen Böden zu gedeihen hat sie Bedeutung als Pioniergehölz. In der Rekultivierung der Tagebaue unserer Region können sich in ihrem Schutz Ahorn, Eiche, Linde sowie andere Baumarten gut entwickeln.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Erle erstreckt sich über ganz Europa, Teile von Nordafrika bis Westasien.

Verbreitung der Schwarz-Erle in Brandenburg und der Niederlausitz

Die Schwarz-Erle ist in Brandenburg flächendeckend anzutreffen. Eines der bekanntesten zusammenhängenden Schwarz-Erlenvorkommen, begünstigt durch eine ausreichende Wasserzufuhr über die vielen sich verzweigenden Spreearme, befindet sich im "Hochwald" des Spreewaldes.

Der Hochwald setzt sich aus den beiden wichtigsten Waldgesellschaften des Oberspreewaldes zusammen, dem Erlenbruchwald und dem Erlen-Eschen-Wald. Der Erlenbruchwald nimmt die nassesten Standorte ein. Der Erlen-Eschen-Wald besiedelt die etwas höher gelegenen nährstoffreicheren tonig-humosen Schlickdecken wechselnder Stärke über Torf mit Sanduntergrund oder direkt über Talsand. Im Cottbuser Spreeauenpark ist ebenfalls ein Bruch- und Auenwald aus Schwarz-Erlen und deren Begleitpflanzen zu besichtigen.


Auwald

Wirtschaftliche Bedeutung

Hohe wirtschaftliche Bedeutung errang die Schwarz-Erle als Gehölz zur Sicherung der Grabenböschungen und Teichufer; in den letzten Jahren in Vergessenheit geraten, wird sie heute zunehmend wieder eingesetzt. Die Schwarz-Erle ist in der Lage den Böschungsfuß dicht, tief und gleichmäßig zu durchwurzeln. Dadurch erreicht sie eine hohe Standfestigkeit und verhindert wie kein anderer Baum die Erosion des Ufergeländes. Erlen leben in Symbiose mit Bakterien, mit deren Hilfe sie Luftstickstoff binden können. Die Deckung des Stickstoffbedarfes für die Synthese von Proteinen erfolgt nicht nur aus dem Boden, sondern auch aus der Luft. Aufgrund dieser Fähigkeit wird sie gern als Bodenverbesserer angepflanzt. Ansonsten erlangt sie heute keine weitere nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung.


Auch eine Art von Uferbefestigung

Andere Arten

Zur Gattung Erle gehören ca. 35 laub- abwerfende Bäume und Sträucher. In Mitteleuropa sind die Grau-Erle sowie die Grün-Erle flächendeckend verbreitet.

Grau-Erle (Alnus incana) sommergrüner 10 - 20 m hoher Baum, Blätter wechselseitig, oval bis eiförmig, Oberseite mattgrün, Unterseite grau, behaart, 5 - 10 cm lang und 4 - 6 cm breit, Blattrand gezähnt, männliche Blüte 2 - 3 cm lang, purpur-rot im Winter geschlossen, im zeitigen Frühjahr mit gelben Pollen stäubend, dann 10 cm lang, weibliche Blüte rötlich-purpurn, in Gruppen von 3 - 8 Trieben, Früchte eiförmig verholzt, zapfenartig, etwa 1 - 2 cm lang.

Grün-Erle (Alnus viridis) sommergrüner selten über 5 m hoher Baum oder Strauch, Blätter wechselseitig an braunen Trieben, eiförmig bis rundlich-oval, 2,5 - 8 cm lang, 2 - 7 cm breit, zugespitzt, an der Basis rund, Oberseite grün mit mattem Glanz und eingesenkten, behaarten Blattnerven, Unterseite glänzend hellgrün und klebrig, mit schwarzen, drüsigen Punkten, männliche Kätzchen 5 - 12 cm lang, gelb, weibliche Kätzchen 1 cm lang, grünlich, später rötlich, in Gruppen zu 3 - 5, Fruchtstände eiförmig, verholzende Zapfen, von grün nach braun reifend, 1 - 2 cm lang.

Die Schwarz-Erle in der Erdgeschichte

Fossil gibt es die Erle seit dem Tertiär. In Europa ist sie seit dem Eozän (vor ca. 45 Millionen Jahren) bekannt. Schon im Oligozän von Seifhennersdorf (Oberlausitz) kommen Blätter vor, die denen unserer Schwarz-Erle ähnlich sind. Im Miozän der Niederlausitz sind mehrere Erlen-Arten durch Blätter, zapfenartige Fruchtstände, Blütenkätzchen und Nüsschen vertreten. Im Blätterton von Wischgrund - einem Florenkomplex mit überwiegend sommergrünen Gehölzen des gemäßigten Klimas - wurden männliche Blütenkätzchen von Alnus kefersteini (entspricht der Schwarz-Erle) und Blätter von Alnus rotundata (entspricht der Grau-Erle), Alnus julianaeformis (entspricht der Japanische Erle) und Alnus gracilis (entspricht der Grün-Erle) gefunden.
Deshalb wächst im Tertiärwald (im Cottbuser Spreeauenpark), der eine Nachgestaltung der Flora des Blättertons von Wischgrund mit heutigen Gehölzen ist, neben der Schwarz-Erle auch die Grau-Erle. Auch in allen Warmzeiten des Quartärs wuchsen Erlen. So gehören die Zapfen der Schwarz-Erle in den Ablagerungen der Eem-Warmzeit der Niederlausitz von Schönfeld, Klinge und Klinge-Nord mit zu den häufigsten Fossilien.

Übrigens

Die Erle war ein den Germanen heiliger Baum, der nicht abgehauen werden durfte. Aus ihm, meinten sie, sei bei der Menschwerdung das Weib hervorgegangen. In der Volksmedizin galten Rinden- und Früchteabkochungen als hervorragendes Mittel bei Halsentzündung. Frisch zerquetschte junge Blätter (Mai bis Juli) lassen Wunden und Geschwüre schneller abheilen.

Quellen

[1] DREXLER, A.-M.: Laub- und Nadelbäume. Ravensburg
[2] AUTORENKOLLEKTIV (1998): PFLANZEN-Enzyklopädie. Köln
[3] RUSHFORTH, K., (2001): Der Kosmos Baumführer. Stuttgart
[4] Rote Liste Brandenburg (1993)
[5] KRÜSSMANN, G. (1976): Handbuch der Laubgehölze I. Bln u. Hambg.
[6] ROTHMALER, W., (1995): Exkursionsflora von Deutschland, Jena

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Der Tertiärwald ist eine Außenanlage der Geologischen Abteilung des Museums der Natur und Umwelt Cottbus und des Naturwissenschaftlichen Vereins der Niederlausitz e.V..

In einer seit 1995 öffentlich zugänglich gemachten Nachgestaltung wird eine Landschaft gezeigt, wie sie zur Bildung der Braunkohle in der Niederlausitz bestand. Alle verwendeten Pflanzen sind, wenn nicht in der Art, dann mindestens in der Gattung wissenschaftlich belegt.

Verweis


Ludwig Leichhardt - "Humboldt Australiens"


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