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Das Alpenglöckchen - Blume des Jahres 2003 |
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Das Gemeine Alpenglöckchen (Soldanella alpina L.) Für das Jahr 2004 wurde das Gemeine Alpenglöckchen
Soldanella alpina aus der Familie der Primelgewächse (Primulaceae)
zur Blume des Jahres gewählt. Es steht stellvertretend für die
alpine Pflanzenwelt, die durch Freizeitaktivitäten wie Mountainbiking
oder Skilaufen stark gefährdet ist. Beschreibung Das Gemeine Alpenglöckchen ist eine ausdauernde Pflanze, die von April bis Juli blüht. Es hat ein kurzes faseriges Rhizom und ledrige, fettig glänzende Blätter an 1 bis 3 cm langen Stielen in einer Grundrosette. Die 1 bis 3 cm breiten Blätter sind mehr oder weniger kreisrund mit abgerundetem oder herzförmigem Grund. Aus dem Zentrum der Rosette erhebt sich der aufrechte oder aufsteigende Stängel mit 2 bis 4 endständigen, nickenden Blüten, die an 5 bis 10 mm langen, flaumig behaarten Stielen stehen. Der röhrige Kelch ist tief in 5 Lappen geteilt. Die 1 bis 1,5 cm lange, weit offene, glockige Krone ist bis zur Hälfte in zahlreiche linealische Zipfel gespalten. Sie ist blauviolett oder lila gefärbt, selten weiß. Der Stempel ragt über die Krone hinaus. Vermehrung Die Vermehrung des Gemeinen Alpenglöckchens erfolgt
größtenteils durch Insektenbestäubung, teilweise aber
auch durch Selbstbestäubung. Besonderheiten Das Gemeine Alpenglöckchen kommt vorzugsweise in der hochalpinen Region vor. Es ist an die nur kurze schneefreie Zeit von durchschnittlich 2 ½ bis 4 Monaten angepasst. Während der kurzen Zeit zwischen Schneeschmelze und erstem Schneefall muss es den gesamten Lebenskreislauf von der Knospe bis zur Samenreife abschließen. Es hat wie viele andere Alpenpflanzen die Fähigkeit, schon bei sehr geringen Temperaturen zu assimilieren. Schon bei ca. 0 °C setzt starke Photosynthese ein, die wahrscheinlich durch den hohen Zuckergehalt des Zellsaftes ermöglicht wird. Auch die vom Vorjahr gespeicherten Vorratsstoffe in den dicken ledrigen Blättern und im Wurzelstock tragen dazu bei, dass die Blüten zeitig entwickelt werden können. Schon unter dem Schnee sind sie vollständig vorgebildet wie bei vielen anderen Frühjahrsblühern. Standort Das Gemeine Alpenglöckchen ist eine bestandsbildende Pflanze. In Höhen von 500 bis 3000 m über dem Meeresspiegel wächst es auf kühlfeuchten Weiden und Matten, besonders auf alpinen Fettwiesen, aber auch in Schneetälchen und im lichten Bergwald. Es bevorzugt kalk- und nährstoffreiche Böden. Verbreitung In allen europäischen Gebirgen von den Pyrenäen über Jura, Auvergne, Schwarzwald, Alpen, Apennin bis in die Illyrischen Gebirge ist das Gemeine Alpenglöckchen weit verbreitet. Weitere Arten Das Zwerg-Alpenglöckchen Soldanella alpicola unterscheidet
sich vom Gemeinen Alpenglöckchen deutlich durch seine geringere Größe
von 3 bis 10 cm. Außerdem hat es nur eine Blüte (selten zwei),
deren blass rotviolette, etwas bauchige Krone nur am Rand zerschlitzt
ist. Es blüht im Juni und Juli und wächst auf tonigen oder tonig-sandigen,
kalkarmen und sauren Humusböden an lange von Schneewasser durchfeuchteten
Stellen in Höhen von 1500 bis 3000 m. Die Pflanze ist nicht direkt
kalkfeindlich, aber sie siedelt sich auf Kalkgestein erst dann an, wenn
der Kalk weitgehend ausgelaugt ist. Das Zwerg-Alpenglöckchen kommt
nicht so häufig vor wie das Gemeine Alpenglöckchen und ist in
den Westalpen und im Apennin verbreitet. Soldanella austriaca Österreichisches Alpenglöckchen Tipp für unsere Gartenfreude Die besonderen ökologischen Bedingungen lassen erahnen, dass eine Kultur dieser Pflanze in der Lausitz nicht möglich ist. Auch für wissenschaftlich betreute Anlagen, alpine Steingärten (Alpinum) oder Botanische Gärten kann die Kultur von Alpenglöckchen durchaus eine Herausforderung an Standort, Bodensubstrat und Pflege darstellen. Wie an den natürlichen Standorten müssen die Chemie des Substrates, Temperatur, Besonnung und Wasserhaushalt stimmen. Eine Entnahme dieser unter Naturschutz stehenden Pflanzen aus der Natur ist verboten und stellt eine schwerwiegende Ordnungswidrigkeit dar. Quellen DELLA BEFFA, M.T.: Der große Naturführer -
Alpenblumen. Neuer Kaiser Verlag Klagenfurth, 1999.
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