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Der Zaunkönig - Vogel des Jahres 2004 |
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Der Zaunkönig Troglodytes troglodytes - Vogel des Jahres 2004 Kennzeichen Der Zaunkönig ist mit 8,5 g Körpergewicht einer unserer kleinsten heimischen Vögel. Zu verkennen ist das stets muntere Vögelchen mit seinem kurzen Stelzschwänzchen nicht. Männchen und Weibchen gleichen sich im Aussehen. Die Oberseite ist braun, Schwanz, Flügel und Flanken sind verschwommen gebändert, die Unterseite ist fahlbraun. Schmaler rahmfarbener Überaugenstreif. Schnabel lang, dünn und leicht abwärts gebogen. Das Jugendkleid gleicht dem der Altvögel, nur ist die Unterseite dunkel gewölkt.
Stimme Ein lautes "tit-tit-tit", erregt ein schnarrendes "zerr". Den für die Kleinheit des Zaunkönigs erstaunlich laut schmetternden Gesang bekommt man auch mitten im Winter zu hören. Verbreitung Der Zaunkönig kommt in Europa bis auf Nordskandinavien überall vor. Weitere Rassen bewohnen Vorder- und Ostasien, ferner große Gebiete Nordamerikas. Lebensraum Wälder mit dichtem Unterholz, aber auch das Strauchwerk an Teichen und Wassergräben, sind der bevorzugte Lebensraum des Zaunkönigs. Oft ist er auch in Parkanlagen, größeren Gärten und auf Friedhöfen anzutreffen. Nahrung Schon NAUMANN (1905) nennt für den Zaunkönig "vorzüglich Spinnen" als Nahrung. Neuere Untersuchungen bestätigen dies, da bei fast 50 % der Fütterungen Spinnen, mit einem bemerkenswert hohen Anteil an Weberknechten, erkannt wurden. Weiter werden die Gelbbindige Riesenschnake, die Florfliege, sowie nicht wenige Spinner und deren Raupen verzehrt. Wanderungen Überwiegend Standvogel, allerdings sind auch in Mitteldeutschland beringte Zaunkönige mit über 1400 km Entfernung aus Frankreich zurückgemeldet worden. Im Frühjahr und im Herbst ziehen bei uns Zaunkönige durch, die aus nördlicher gelegenen Brutgebieten stammen. Fortpflanzung Im Frühjahr entscheidet sich das Männchen des Zaunkönigs für ein Brutrevier, das es mutig verteidigt. Bereits im März beginnt es mit dem Bau mehrerer Nester, von denen es aber einige nicht fertig baut. Das Weibchen prüft die fast kugeligen Nester, die aus Moos, trockenen Farnblättern und Halmen angefertigt sind und das kreisrunde Einflugsloch an der Seite haben. Das auserwählte, geeignete Nest polstert es mit Haaren und Federn aus. Die übrigen Nester benutzt das Männchen als Schlafstätten. Der Standort des Nestes ist recht verschieden: oft steht es im Gezweig von Fichten, in Holzstößen, zwischen Baumwurzeln und in Reisighaufen, jedenfalls ist es meist recht gut seiner Umgebung angepaßt und durch Würzelchen und überhängende Halme gegen Sicht geschützt. Es finden in Mitteleuropa regelmäßig zwei Bruten statt. Die Gelege der ersten Brut findet man Ende April/Mai, die der zweiten im Juni/Juli. Das Gelege besteht aus 5 bis 8, meist 6 auf weißem Grund fein rostrot gefleckten Eiern. Eiablage täglich. Brutbeginn nach Ablage des letzten Eies. Die Eier werden vom Weibchen allein in 14 bis 16 Tagen ausgebrütet. Das Weibchen wird nicht vom Männchen gefüttert, da dieses dann weitere Nester baut. Öfters versucht das Männchen ein zweites Weibchen an ein unterdessen fertiggestelltes Nest zu locken. Es wurde festgestellt, daß ein Teil der Männchen polygam lebt (d.h. sie sind mit zwei Weibchen verpaart). Die Jungen werden in den ersten Tagen nur vom Weibchen, später aber von beiden Eltern gefüttert. Die Mithilfe der Männchen bei der Aufzucht der Jungen ist individuell sehr verschieden, die meisten kümmern sich überhaupt nicht um die Jungen. Fünfzehn bis siebzehn Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungen das Nest, werden aber noch nach dem Ausfliegen von den Eltern betreut. In Deutschland gehört der Zaunkönig zu den regelmäßigen Kuckuckswirten. Bestandssituation/Bestandsveränderung In Brandenburg ist kein eindeutiger Bestandstrend erkennbar. In vielen anderen Gebieten ist eine deutliche Bestandszunahme nachweisbar. Schätzungen ergaben für: - Europa 20 - 26 Millionen BP (Brutpaare) Beim Zaunkönig sind erhebliche Bestandsschwankungen, insbesondere durch kalte Winter, zu beobachten. Aus Siedlungsdichte-Untersuchungen ist meist ein Bestandsanstieg ableitbar. Dabei ist der "Pflegezustand" der untersuchten Flächen ausschlaggebend. In verwilderten Parks und Gehölzen, sowie in NSG ist ein deutlicher Anstieg festzustellen. In Wirtschaftswäldern nur geringfügiger Anstieg. Ein Rückgang des Bestandes ist nur in gepflegten Parks und Grünanlagen nachweisbar. Bestandsdichte Genaue Angaben zu Bestandsgrößen sind abhängig von der Struktur der untersuchten Flächen in Bodennähe. Weiter ist eine Vorliebe des Zaunkönigs für feuchte Habitate unverkennbar. Nachfolgend einige Angaben der Siedlungsdichte bezüglich Brutpaare je 10 Hektar (BP/10 ha) bzw. Brutpaare je km (BP/km): - Auwald Kieckebusch/SPN 0,0 - 4,6 BP/10 ha Gefährdung und Schutz Der Brutbestand des Zaunkönigs kann gegenwärtig als nicht gefährdet betrachtet werden. In vielen Gebieten werden jedoch viele Brutmöglichkeiten durch das Beseitigen von Unterholz in Park- und Grünanlagen vernichtet. Quellen:
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