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10 Jahre NVN! |
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1990 war eine unglaubliche Zeit. Fast jeden Tag meldeten die Zeitungen Veränderungen. Die meisten waren erfreulicher Natur. Aber es häuften sich auch Nachrichten, daß kulturelle Einrichtungen schließen müssen, langjährige Klubs mit sinnvoller Freizeitbeschäftigung und Vereinigungen mit populärwissenschaftlicher Orientierung ihre Tätigkeit einstellen; es fehlte plötzlich an Geld und Räumlichkeiten usw. Solche Nachrichten sollten uns bis in die Gegenwart begleiten. Neben vielen Errungenschaften der Wende wird das immer wieder als schmerzlich empfunden. Deshalb zögerten 9 Enthusiasten nicht lange und gründeten am 19.10.1990 den Naturwissenschaftlichen Verein der Niederlausitz e.V. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten auch alle damaligen Mitarbeiter der Abt. Natur & Umwelt des Niederlausitzer Landesmuseums Cottbus. Schon damals verstanden sie sich als Förderer für das in Konzeption befindliche Museum der Natur und Umwelt, das 1995 als eigenständiges Museum in die neue Zeit ging. Der NVN konnte seitdem kontinuierlich seine Mitgliederanzahl erweitern. Groß war das Interesse, die Verbreitung von Forschungsergebnissen zu Natur und Landschaft in der Niederlausitz auf breite Schultern zu verteilen und auf fachlich fundierter Basis sicherzustellen. Neben dieser Aufgabe, verfolgt der NVN weitere Ziele: dazu gehören, naturkundlich arbeitende Museen der Niederlausitz, besonders das Museum der Natur & Umwelt Cottbus, im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterstützen, aber auch Bestrebungen zum Schutz von Natur und Landschaft in der Niederlausitz zu fördern. Unter sehr wechselnden und oft nicht einfachen Bedingungen erreichten die Mitglieder Ergebnisse, die heute zum guten Ruf der Stadt Cottbus beitragen und die Stadt und den Verein nicht nur in Ostdeutschland bekannt machen sondern auch bundesweit und sogar im Ausland. Hier sind vor allem der Tertiärwald im Spreeauenpark zu nennen, der anläßlich der ersten Bundesgartenschau in einer ostdeutschen Großstadt öffnete. Der Tertiärwald ist eine ca. 1 ha große Anlage mit der Nachbildung des dendrologischen Bestandes einer Landschaft, die sich vor etwa 10-12 Millionen Jahren in der Niederlausitz befand. Die Belege dafür befinden sich in der Sammlung des Museums der Natur und Umwelt. Sie konnten aus den durch den umgehenden Abbau der Braunkohle in Großtagebauen freigestellte Vorkommen, wie etwa den Altwassertonen der Ur-Elbe von Wischgrund bei Kostebrau, gewonnen werden. Die fachliche Betreuung erfolgt durch Mitglieder des NVN`s.
Ein weiterer Erfolg ist die bisher ununterbrochene Herausgabe der Zeitschrift, "Natur und Landschaft in der Niederlausitz". An unserem Anspruch, allen Interessierten ein gediegenes Kompendium in die Hand zu geben, werden wir auch in Zukunft festhalten.
Der Verein umfaßt heute rd. 90 Mitglieder aller Alters- und Berufsgruppen, die sich in sechs ständig tätigen Fachgruppen und Arbeitskreisen (FG Geologie/Mineralogie, FG Botanik/Paläobotanik, FG Ornithologie, AK Zeugen der Eiszeit, AK Ludwig Leichhardt, Wandergruppe) treffen, um wissenschaftliche Forschungsergebnisse auszutauschen, selbst zu Ergebnissen beitragen und einer ausfüllenden Freizeitbeschäftigung nachgehen. Es sind zahlreiche Faltblätter zu verschiedenen naturwissenschaftlichen Themen entstanden. In den 10 Jahren sind von den Mitgliedern 20 unterschiedliche Ausstellungen erarbeitet worden, die außer in Cottbus noch in 12 anderen Orten vor allem Brandenburgs, aber auch in Polen gezeigt worden sind. Seit 1998 ist der Verein im Internet vertreten. Wir bedanken uns bei allen unseren Mitgliedern für ihre Arbeit, für ihr Interesse und ihre Treue, den NVN e.V. nicht nur zu stärken sondern ihn auch als eine verbindende Heimstatt naturwissenschaftlich Orientierter zu gestalten. Text: Brigitte Schneider |