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Herbst im Tertiärwald 2000

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"Herbst im Tertiärwald 2000" – der Familientag im Tertiärwald im Cottbuser Spreeauenpark

Am Samstag, dem 21.Oktober 2000, war es wieder soweit: Der Naturwissenschaftliche Verein der Niederlausitz e.V. lud zum 5. Mal zu einem Familientag im Tertiärwald ein.

Bei strahlendem und milden Herbstwetter startete um 15.00 Uhr gleich an zwei Treffpunkten eine Exkursionsführung durch die Anlage. Dem interessierten und äußerst aufgeschlossenen Publikum konnten wichtige Informationen zum Aufbau der Schauanlage vermittelt sowie einige auffällige wie interessante botanische Kostbarkeiten vorgeführt werden.

Fast 45 Minuten ließen sich die Teilnehmer aus dem Heute in die Pflanzenwelt der Niederlausitz vor etwa 10-12 Millionen Jahren zurückversetzen: In der Niederlausitz gab es zeitweise eine ähnliche Landschaft, wie man sie heute im Bereich des Mississippi in Nordamerika vorfindet. Anerkennung fanden die Forschungen der Mitarbeiter der Abt. Geologie des heutigen Museums der Natur und Umwelt Cottbus. Aus den durch den umgehenden Abbau der Braunkohle in Großtagebauen freigestellte Vorkommen, wie etwa einer linsenartigen Ausbildung von Altwassertonen der Ur-Elbe im Blätterton von Wischgrund, wurden durch Belegforschung viele Erkenntnisse zur pflanzensoziologischen Zusammensetzung der Wälder gefunden. Bewundert wurde, daß sich relativ viele Arten bzw. die Gattungen heute in anderen Klimaten und Erdteilen wiederfinden, während Mitteleuropa nach der Eiszeit im Hinblick auf den dendrologischen Bestand artenmäßig verarmte.

Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua)

Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua)Erfahrungsgemäß steht die herrliche und in kräftigen Tönen gehaltene Farbgebung des Laubes im Mittelpunkt dieser Veranstaltung. Schon weitem ist der Amberbaum nah der Ausstellungsfläche des Mammutbaumstubbens sichtbar. Die schöne rote Färbung der Blätter sind wie ein Signal: hier geht’s zum Tertiärwald. Beliebt ist auch der Kuchenbaum aus Japan, dessen vertrocknende Blätter schon im Frühherbst einen - unwiderstehlichen – Kuchenduft ausströmen. Am Tag des "Herbstes im Tertiärwald" waren die meisten Blätter bereits abgefallen, so daß man die rundlichen Blätter schon am Boden suchen mußte. Selbstverständlich konnten alle Besucher, die es wünschten, die schönen gelb bis gelbbraunen Blätter des Kuchenbaumes aufsammeln, sind sie wohl das eindrucksvollste Andenken an diesen Tag.

Aber der "kleine Ausflug" in die Erd- und Vegetationsgeschichte ist keineswegs der Abschluß des Tages. Die Vereinsmitglieder hatten auch einen Malplatz für die ganz kleinen Besucher des Tertiärwaldes vorbereitet. Die roten, gelben und braunen Blätter waren natürlich das Malobjekt. Dabei erfuhren die Kinder, von welchen Bäumen diese stammen. Für die gemalten Bilder konnten kleine Anerkennungen vergeben werden.

Lagerfeuer zum "Herbst im Tertiärwald" (Foto: I. Striegler)
Abb. Lagerfeuer zum "Herbst im Tertiärwald"
(Foto: I. Striegler)

Viel Lob erhielten auch zwei Schülerinnen, die die Nachbildung der Missisippi-Aue im Bild festgehalten haben. Auch wenn die beiden mit sich nicht so recht zufrieden waren, wichtige Strukturen haben sie erkannt. Ansporn war die Begeisterung auf beiden Seiten. Groß war die Freude bei den Mädchen, als ihnen ein Vereinsmitglied nicht nur die Blätter vom Kuchenbaum überreichte, sondern auch jeweils 2 Kuchenstücke.

Auf einer Lichtung konnten die Gäste Tee oder Glühwein nach Wahl und einen kleinen Imbiß zu sich nehmen. An den eigens dafür zugespitzten Stöcken konnte man manch Leckeres rösten: Würstchen, Weißbrotscheiben oder gar Kartoffeln. So war hier auch bald ein emsiges Treiben zu beobachten. Die Kinder konnten lernen, wie man es macht, daß alles schmeckt, aber auch, was man tun muß, damit ein Lagerfeuer nicht zum Ort des Schreckens wird.

LagerfeuerBei Unterhaltung und angenehmen Temperaturen verging die Zeit sehr schnell, so daß mit dem Einbrechen der Dunkelheit der traditionelle Lampionumzug für die Kleinen und die, in denen immer noch Kindheit steckt, beginnen konnte. Begleitet von bekannten Kinder- und Wanderliedern bahnte sich die "Lampionschlange" den Weg durch die knapp 1 ha große Anlage.

Inzwischen hatten sich am Lagerfeuer weitere Mitglieder des Vereins eingefunden. Mit Gesprächen und neuen Plänen für das nächste Mal ging ein schöner Herbsttag in die Nacht über. Allen hat es hat es gefallen, auch denen, die mit der Organisation und Durchführung beschäftigt waren.

Text: Brigitte Schneider

Der Tertiärwald


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