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Tertiärwald Teil 2 - Kohlemoor, Mammutbaumstubben, Findlingsallee

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Kohlemoor

Hier wird eine Moorlandschaft nachgestaltet, wie sie vor 17 Millonen Jahren, zur Zeit der Bildung des in den Tagebauen gewonnenen 2. Niederlausitzer Braunkohlenflözes, in weiten Teilen der Niederlausitz anzutreffen war.

Im Gegensatz zur Flußlandschaft des Tertiärwaldes war das Kohlemoor sehr nährstoffarm, es blieb vom Fluß, der Sedimentmaterial und Nährstoffe mitbrachte, weitgehend unberührt. Die Moorablagerungen bestanden fast nur aus Pflanzensubstanz als Ausgangsmaterial für die Kohlebildung.

Kohlemoor (Foto: S. Striegler)
Kohlemoor
(Foto: S. Striegler)

In der Kohle sind gut erhaltene größere Pflanzenreste wie im Blätterton von Wischgrund selten. Untersuchungen der Braunkohle, meist im mikroskopischen Bereich, zeigen uns eine Abfolge verschiedener Moortypen, die sich in einem subtropischen Klima nacheinander, einer aus dem anderen entwickelten.

Heutige vergleichbare Pflanzen wachsen in subtropischen Gebieten Ostasiens, Nordamerikas und des Mittelmeergebietes.

Die Moorentwicklung begann mit Sumpfwald, in dem die Wasserfichte, eine Verwandte der Sumpfzypresse, wuchs. Der von diesem Moortyp gebildete Torf wurde zum Substrat für das folgende Buschmoor, ein dichtes immergrünes Moorgebüsch mit Magnolien und Heidekrautgewächsen. Wo der Boden fest genug war, wuchsen auch Eichen mit schmalen ganzrandigen Blättern, Spießtanne und Mammutbaum. Absenkung des Untergrundes und dadurch bedingter höherer Wasserstand führte zu einem Riedmoor (Grasmoor) mit Seggen und Wollgras, auf offenen Wasserflächen Seerosen und auf festeren Standorten Gagelsträucher. Bei Verlandung entwickelte sich daraus ein Kiefern-Waldmoor mit Fächerpalmen, Sicheltannen, Heidekrautgewächsen und Gagelsträuchern. Bei weiterer Verlandung folgte ein Schirmtannen-Hochmoor.
Diese verschiedenen Moortypen können sich in Abhängigkeit vom Wasserstand auch nebeneinander entwickeln, wie es in unserem Kohlemoor dargestellt wird.

Mammutbaumstubben

Fossiler Mammutbaumstubben (Foto: S. Striegler)
Fossiler Mammutbaumstubben
(Foto: S. Striegler)

Der fossile Mammutbaum-Stubben wurde im Tagebau Klettwitz im 1.Lausitzer Flözhorizont gefunden. Er ist mit einem Stammdurchmesser von 3,20 m und einem Wurzelstockdurchmesser von 5,00 m das größte Sammlungsstück des Museums. Dieser Nadelbaum lebte vor 15 Millionen Jahren inmitten des Niederlausitzer Kohlemoores auf einer kleinen Sandkuppe und erreiche ein Lebensalter von etwa 1200 Jahren, wie an den Jahresringen abzählbar ist. Nach Holzuntersuchungen gehört der Stubben zur fossilen Art Sequoioxylon gypsaceum, die dem heutigen Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) entspricht.


Findlingsallee

Die während des Quartärs mit dem Inlandeis aus Skandinavien und dem Ostseeraum bis in unser Gebiet transportierten Findlinge kommen in großer Anzahl durch den Braunkohlenbergbau zu Tage.

So konnte eine Kollektion von ausgewählten skandinavischen Leitgeschieben (z.B. Rapakiwi-Granit aus Finnland, Ostseeporphyr aus der Ostsee, Dalaquarzit aus Mittelschweden, Schonenbasalt aus Südschweden, Larvikit aus Norwegen) aus Niederlausitzer Tagebauen zu einer Findlingsallee zusammengestellt werden.

Teil der Findlingsallee (Foto: I. Striegler)
Teil der Findlingsallee
(Foto: I. Striegler)

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