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Tertiärwald Teil 3 - Von der Idee zur Museumsanlage, Literatur |
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In Zusammenarbeit mit der Station Junger Naturforscher
und Techniker wurde 1985 von Ursula und Rolf Striegler (Mitarbeiter des
Bereiches Geologie des Cottbuser Museums) mit der Verwirklichung ihrer
Idee, den Tertiärwald als Nachbildung der Wischgrundflora zu gestalten,
im Imkergarten der Station begonnen. In Abstimmung mit den Cottbuser Stadträten
für Umweltschutz und Kultur fand man dann aber ein besser geeignetes
Gelände von ca. 1 ha Größe zwischen Tierpark und Pressefestgelände
in der Spreeaue mit feuchten Senken und dazu parallelen Wällen, ideal
für das Nebeneinander der für Wischgrund nachgewiesenen Pflanzengesellschaften.
Hier wurde 1987 begonnen, den Tertiärwald nach einer Konzeption von
U. Striegler als Außenanlage des Museums der Natur und Umwelt anzulegen. Als die Bundesgartenschau 1995 nach Cottbus kam, gab es einen weiteren Partner, denn der Tertiärwald wurde als Niederlausitz-typisches Element in die Schau einbezogen. In fast 15 Jahren ist der Tertiärwald schon zu einer anschaulichen Anlage herangewachsen, der ca. 750 Gehölze in über 100 verschiedenen Arten aufweist, von der Sumpfzypresse - der wohl typischsten Pflanze des Tertiärs - sind alleine 172 Exemplare vorhanden. Im Rahmen der Bundesgartenschau wurde nach einer Konzeption von Dr. Wilfrid Schneider (Hoyerswerda) auch das Niederlausitzer Kohlemoor auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse nachgestaltet. Da die kohlebildenden Pflanzen in einem etwas wärmeren Klima wuchsen, als wir es heute haben, muß ein Teil, wie Palmen, Lorbeer, Zimtbaum und sogar die Wasserfichte, als Kübelpflanzen im Winter ins Kalthaus, was von der Lausitzer Braunkohle AG (LAUBAG) finanziell unterstützt wird. Im Tagebau Klettwitz wurde 1982 die Oberfläche des
Mammutbaumstubbens durch einen Bagger freigelegt und im Rahmen einer Sammelexkursion
durch die damaligen Schon 1992 hat André Standke als zeitweiliger Mitarbeiter des Museums der Natur und Umwelt begonnen, als Ergänzung zum Tertiärwald, Findlinge aus dem Tagebau Jänschwalde ins Gelände bringen zu lassen. Auch diese Idee wurde durch die BuGa aufgegriffen und eine Findlingsallee sollte die Anlage ergänzen. Museum und NVN kümmerten sich beide um ihre Verwirklichung. Konrad Grunert und Rolf Striegler suchten weitere Findlinge auf der Deponie des Tagebaus Jänschwalde heraus und bestimmten sie. Dabei wurde vor allem darauf geachtet, daß die Sammlung spezielle Leitgeschiebe enthält, die nicht nur interessante Schauobjekte sind, sondern auch einem hohen wissenschaftlichen Anspruch gerecht werden. Die LABAG stellte die Findlinge zur Verfügung und transportierte sie auch nach Cottbus. "Es ist gegenwärtig die wohl schönste Präsentation von Findlingen im Land Brandenburg." (SCHULZ 1996) So konnte zur Bundesgartenschau 1995 eine interessante Museumsanlage mit hohem Schauwert der Öffentlichkeit übergeben werden, die mit sehr viel ehrenamtlichem Engagement entstanden ist. Diese Anlage ist ein populärwissenschaftliches Anschauungsobjekt für Schüler und jeden interessierten Bürger und gleichzeitig eine touristische Attraktion, bei der Erholung mit Wissensvermittlung verbunden werden. Sie fügt sich harmonisch in ihr Umfeld - Bundesgartenschau-Kerngelände, Tierpark und Branitzer Park - ein.
*STRIEGLER, U. (1985): Die fossile Flora des Blättertons
von Wischgrund, Teil I. - Natur u. Landsch. Bez. Cottbus 7, S. 3-35, Cottbus * Veröffentlichungen, die beim NVN erworben werden können |